
Das geplante Impfprogramm in den Apotheken, das kommendes Jahr starten soll, sorgt weiter für Debatten. Wie berichtet hat sich die Regierung darauf verständigt, dass Apotheker künftig Impfungen durchführen können, allerdings nur gegen FSME, Keuchhusten-Tetanus-Diphtherie und Hepatitis B sowie Polio. Außen vor bleiben hingegen die kostenlosen Impfungen des staatlich finanzierten Impfprogramms. Dazu zählen unter anderem die Impfungen gegen Influenza und HPV.
Das verärgert die Apothekerkammer, die zumindest die Influenza-Impfung in der Apotheke erlaubt bekommen würde. Das Argument, dass dadurch die Kosten explodieren könnten, lässt man nicht gelten. Aktuell würden 20 bis 30 Prozent der Influenza-Impfdosen, die pro Saison bestellt werden, weggeworfen, weil sie nicht genutzt werden und nicht für die nächste Saison aufbewahrt werden können. Würde man dafür sorgen, dass dieser Verwurf weniger wird, käme man ohne zusätzliche Mittel aus.
Influenza
Aus der Sicht der Apotheker ist auch nicht verständlich, dass einerseits Termine im öffentlichen Impfprogramm wegen Influenza-Impfstoff-Lieferengpässen ausfallen, den Patienten aber andererseits nicht die Möglichkeit gegeben wird, auf die Apotheken auszuweichen.
Bedenken ganz anderer Art hat die Ärztekammer, seit jeher Gegnerin des Projekts. Die Wiener Ärztekammer hat sich in einem offenen Brief an das Gesundheitsministerium und den Nationalrat gewandt. Darin pocht sie unter anderem auf die Einhaltung der Sicherheitsstandards und Klärung der Haftungsfrage.
Haftungsfrage
Ersteres soll unter anderem durch eine klar festgelegte Ausbildung der Apotheker sichergestellt werden. Und auch hinsichtlich der Haftung seien die Bedenken der Ärztevertreter unangebracht, betont man bei der Apothekerkammer. Analog zum Arzt würde auch der impfende Apotheker für sein Handeln haften.
Wie viele Apotheken 2027 Impfungen anbieten werden, ist derzeit noch offen. Laut der Standesvertretung sollen aber bis Februar, also rechtzeitig vor der FSME-Saison, eine nennenswerte Zahl an Apotheken bereitstehen.
Source:: Kurier.at – Politik



