ÖFB-Boss Pröll fordert gesetzlichen Schutzstatus für Schiedsrichter

Sport

Ein Treffen zum Thema „Fußball und Gewalt“ gab es auf höchster Ebene im neuen ÖFB-Campus.

ÖFB-Boss Josef Pröll und Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer trafen sich in Aspern mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ). Der ÖFB, die Bundesliga und das Innenministerium beschlossen dabei die Intensivierung ihrer bestehenden Kooperation.

Unter dem Motto „Rote Karte für Gewalt“ soll der sichere Stadionbesuch gewährleistet werden. Gegen nicht genehmigte Pyrotechnik, Gewalt, Intoleranz und Rassismus wird schärfer vorgegangen.

Einen in Österreich neuen Vorschlag zum Thema Schiedsrichter brachten Pröll und die SPÖ-Vertreterin Schmidt vor.

Minister Karner sprach von einer „jetzt schon exzellenten Zusammenarbeit. Die Sicherheitsvereinbarung baut auf gutem, festem Fundament, aber in einigen Punkten ist es nötig, nachzuschärfen.“

Fünf Punkte nannte der Niederösterreicher:

den regelmäßigen, koordinierten Austausch zwischen Liga, ÖFB und Sicherheitsbehörden.
den besseren Datenaustausch zwischen Behörden und Vereinen, um Stadionverbote effektiver durchsetzen zu können,
eine Meldeauflage für sogenannte „Problemfans“

eine Evaluierung der Verwendung von personalisierten Tickets

eine stärkere Überwachung und Kontrolle von Pyrotechnik.

Anders als in einigen Ländern ist in Österreich der Einsatz von Pyrotechnik in den Stadien unter Auflagen erlaubt. Ein generelles Verbot wie etwa in England dürfte weiterhin nicht geplant sein.

Dafür richtet man den Blick auf den Schutz der Schiedsrichter, wie Schmidt betonte. „Der Sport muss ein Ort sein, an dem sich alle Menschen wohlfühlen. Wir müssen Strukturen schaffen, die Prävention begünstigen, Fehlverhalten darf niemals unter die Decke gekehrt werden.“

Pröll für besseren Schutz von Schiedsrichtern

Pröll brach eine Lanze für die Unparteiischen, die vor allem in unteren Ligen immer wieder Angriffen ausgesetzt sind: „Schiedsrichter sollten besonderen gesetzlichen Schutzstatus wie in Frankreich oder Italien haben. Das wäre ein klares gesellschaftliches Signal, dass es keine Lappalie ist, gegen Offizielle vorzugehen, sondern im Gegenteil strafverschärfend.“

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Ebenso wichtig ist Pröll, dass die konsequente Umsetzung von gerichtlichen Stadionverboten funktioniert. Deswegen müsste auch die Ausbildung der Ordnerdienste evaluiert werden: „Hier ein neues Qualitätslevel zu erreichen, halte ich für einen wichtigen Fingerzeig für die Zukunft.“

34 Polizisten in drei Jahren verletzt

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, berichtete von 34 Polizisten, die seit Jänner 2024 bei Einsätzen rund um Fußballmatches verletzt wurden.

Liga-Vorstand Ebenbauer kündigte die Einführung eines Ampelsystems an, anhand dessen im Nachhinein die Zwischenfälle bei Matches eingeordnet werden: „Hoffentlich werden wir so wenig rote Spiele wie möglich haben, in denen es relevante Zwischenfälle gab.“ Ebenbauer setzt weiterhin auf Prävention, damit Vorfälle erst gar nicht passieren: „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass sich alle Fans im Stadion sicher fühlen können.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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