Südamerika-Reise: Der Papst zu Gast bei Hardlinern

Politik

Gleich hinter der linken Eingangstüre wartet der Papst: Lächelnd in seinem strahlenden weißen Gewand erträgt er die vielen Selfie-Wünsche der Besucher in der Kathedrale von Chiclayo. Es ist die ehemalige Heimatdiözese von Leo XIV. als er noch auf seinen bürgerlichem Namen Robert Prevost hörte und hier hoch im peruanischen Norden als Missionar, Bischof und humanitärer Helfer arbeitete. Seit er vor einem Jahr im Vatikan zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt wurde, ist nichts mehr, wie es einmal war in Chiclayo. Und so hat das Bistum ein lebensgroßes Papstfoto auf Pappe gezogen und in der Kathedrale aufgestellt, damit die vielen Gläubigen und die zunehmende Zahl der Touristen etwas „Greifbares“ von ihm haben. Es gibt auf eine „Leo-Route“ auf der Touristen aus dem In- und Ausland den Spuren des Papstes in Peru folgen können.

„Er hat so viel für uns getan“, sagt die Peruanerin Anyi, die 50 Meter Luftlinie entfernt von der Kathedrale im Rathaus durch eine Ausstellung führt. Sie zeigt das peruanische Leben des Papstes. Das Motto durch mehrere Räume führenden Exhibition: „Von Chicago nach Chiclayo nach Rom.“ Oder anders ausgedrückt: In den USA geboren, in Peru gereift und im Vatikan zum besonnenen Kirchenführer mit klarem Kompass aufgestiegen. Auf den Bildern ist der Papst in Gummistiefeln zu sehen, wie er den Menschen in Peru nach verheerenden Unwettern hilft. Er organisierte Lebensmittelhilfen während der Corona-Pandemie, die in Peru besonders hart zuschlug. Das haben Peruaner nicht vergessen. Nun verehren sie in mit einer eigenen Büste und stellen sein ehemaliges Bischofs-Gewand hinter Glas aus.

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Genau diesen Kompass, denn sich der Amerikaner bei seiner Arbeit im kargen, bisweilen armen Nordperu angeeignet hat, wird der Papst brauchen. Denn er bewegt sich nach seinem Auftakt im demokratischen Vorzeigestaat Uruguay (6. bis 8. November) in zwei Ländern entlang der Konfliktlinien, die derzeit südamerikanische und auch westliche Gesellschaften spalten. In Argentinien ist es ab Montag die Wirtschaftspolitik, in Peru ab Donnerstag der Kampf gegen die Alltagskriminalität.

In Buenos Aires helfen Armenpriester

In Argentinien steht dabei auch die Haltung der katholischen Kirche im Blickpunkt: „Ich glaube, es braucht eine Regierung, die sensibler auf die Belange der Bevölkerung eingeht“, sagt Armenpriester Padre „Toto“ de Velia im Gespräch mit dem KURIER. Er repräsentiert jenen befreiungstheologischen Flügel der Kirche, die wie Papst Leo XIV. dem linksgerichteten Peronismus nahesteht. In Buenos Aires organisieren die Armenpriester Hilfe für die einkommensschwächsten Schichten Suppenküchen, Kleiderstuben und hören zu.

Padre „Toto“ nimmt die Politik insgesamt in die Pflicht: „Was wir gerade erleben, ist eine Folge davon, dass die Politik weit entfernt ist, von den einfachen Männern und Frauen. Das betrifft nicht nur die aktuelle Regierung mit ihrer Führungsschicht, sondern es gibt auch in anderen Bereichen eine ziemlich große Distanz zwischen den Führungskräften und dem Volk.“ Besonders hart geht er mit den marktliberalen Reformen der Regierung Milei ins Gericht. Die seinen „ein harter Schlag für die Arbeiterviertel, für die einfachen Leute. Die Auswirkungen auf den Geldbeutel und die Würde sind enorm.“ So wie Padre Toto denken viele der populären Armenpriester und auch die argentinischen Bischöfe äußern sich in diese Richtung.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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