Midterms: Millionen US-Bürger haben schon gewählt

Politik

Eineinhalb Wochen vor den wichtigen US-Parlamentswahlen haben laut einer Übersicht der University of Florida bereits Millionen von Amerikanern gewählt. Freitagvormittag (Ortszeit) zählte das Election Lab der Universität in Gainesville rund 21,8 Millionen abgegebene Stimmen für die Midterm Elections. Dem öffentlichen Radiosender NPR zufolge stimmten in wichtigen Swing States bisher deutlich mehr US-Wähler vorzeitig ab als noch vor vier Jahren bei den vorherigen Midterms.

Sogenannte Swing States sind jene US-Staaten, die zwischen Republikanern und Demokraten besonders umkämpft sind. Das Election Lab zählte bereits 12,4 Millionen Briefwahlstimmen. Außerdem gaben knapp 9,4 Millionen Menschen persönlich vorzeitig ihre Stimme ab. Der republikanische US-Präsident Donald Trump versucht immer wieder, die Briefwahl zu erschweren. Die Wählerschaft der Demokratischen Partei entscheidet sich traditionell häufiger für die Briefwahl.

Bei den US-Kongresswahlen am 3. November werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatsposten neu gewählt. Nach Angaben des Forschungsinstituts Pew Research Center sind derzeit rund 250 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten zur Wahl berechtigt.

Gefälschte Umfragen aufgeflogen

Kurz vor dem Urnengang sorgten unterdessen gefälschte Meinungsumfragen für Unruhe. Das selbst ernannte Umfrageinstitut Wedgewood Polls räumte ein, dass seine Zahlen größtenteils frei erfunden waren. Die New York Times und andere Medien entfernten die Erhebungen daraufhin von ihren Webseiten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Häme. „Die New York Times ist erwischt worden!“, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social.

Der Fall kam Anfang dieser Woche ans Licht, nachdem dem Umfragedienst FiftyPlusOne Unstimmigkeiten aufgefallen waren. Wedgewood erklärte daraufhin im Onlinedienst X, „der Großteil“ seiner Daten sei erfunden. Das Unternehmen habe testen wollen, wie leicht es für „ein vollständig erfundenes Umfrageinstitut“ sei, „Fuß zu fassen“ und „ernst genommen zu werden“.

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Wer genau hinter Wedgewood stand, ist unklar. Das Nutzerkonto auf X ist inzwischen gelöscht. Im August war bereits ein anderes Unternehmen namens Median Strategies aufgeflogen. Es nannte seine ebenfalls gefälschten Umfragen ein „soziales Experiment“.

Politiker der Demokraten entsetzt

Politiker der Demokraten reagierten entsetzt. Die US-Senatsanwärterin für Michigan, Mallory McMorrow, sagte, die gefälschten Umfragen hätten zu ihrem Aus in der Vorwahl der Demokraten geführt. Wedgewood Polls habe die Zustimmung zu ihrer Bewerbung Ende Juni im einstelligen Bereich beziffert. Daraufhin hätten Spender ihre Unterstützung beendet und Reporter sie zum Aufgeben aufgerufen, erklärte sie im Onlinedienst X. Bei der Vorwahl setzte sich schließlich der Linkspolitiker Abdul El-Sayed durch.

Der von Trump ernannte Vorsitzende der US-Medienbehörde FCC, Brendan Carr, sprach von einem „erheblichen Anstieg“ fingierter Umfragen. Trump sät bereits seit Wochen Zweifel an den Umfragen. Die meisten Institute sagen bei den Kongresswahlen zur Hälfte seiner zweiten Amtszeit eine empfindliche Niederlage für die Republikaner voraus. Auch Trump selbst sehen sie im Zustimmungstief.

„Es wird immer einfacher, minderwertige Umfragen durchzuführen – oder sie gleich ganz zu fälschen“, kritisierte der Umfragedienst FiftyPlusOne. Der Verband der US-Umfrageinstitute (AAPOR) warnt vor einem allgemeinen Vertrauensverlust in Meinungs- und Wahlumfragen. Auch Künstliche Intelligenz erleichtere das Fälschen, erklärte der Verband.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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