4 Rennen beim Weltcup-Auftakt: Sölden hat große Pläne

Sport

Der Schnee von gestern ist die Rennpiste von morgen. Das zeigt sich gerade am Rettenbachferner hoch über Sölden, wo sich am Weltcuphang riesige Schneehaufen auftürmen.

 Die massiven Schneedepots aus dem Frühjahr bilden die Grundlage für die Piste, auf der in knapp vier Wochen mit zwei Riesentorläufen (24./25. Oktober) in die neue Weltcupsaison gestartet wird.

Geglückte Premiere

Als Anita Wachter im Jahre 1993 mit Rekordvorsprung (2,63 Sekunden) die Weltcuppremiere auf dem Rettenbachferner gewann, gaben nur die wenigsten den Gletscherrennen eine langfristige Zukunft. Mehr als drei Jahrzehnte später ist Sölden längst ein Fixpunkt und Highlight im Weltcup-Kalender.

„Wir hatten damals auch Wetterglück“, erinnert sich Jack Falkner. „Denn wenn das erste Mal danebengegangen wäre, dann wäre das Rennen vielleicht schon wieder Geschichte gewesen.“

Enorme Signalwirkung

Jack Falkner gilt als Erfinder der Gletscherrennen von Sölden, mit denen seit dem Jahr 2000 – damals gewann ein gewisser Hermann Maier – traditionell im Herbst der Weltcup eröffnet wird. 

Der innovative Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden gefällt sich seit jeher in der Rolle des Vordenkers und Visionärs. Für die Zukunft verfolgt Falkner einen ambitionierten Plan: Schon ab der Saison 2027/’28 soll der Auftakt in Sölden mit einem lauteren Paukenschlag erfolgen:

Mit vier Rennen.

Große Emotionen

Damit soll der Stellenwert des Openings als Konterpart zum großen Weltcupfinale untermauert werden, zugleich aber auch die Bedeutung der Sölden-Rennen für den Skisport in Europa.

 „Das sind die ersten Bilder, die vom Winter transportiert werden. Das löst Emotionen aus. Und Emotionen sind gerade in unserer Branche entscheidend,“ betonte Jack Falkner einmal im KURIER-Interview.

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Taugliche Piste

Das Projekt ist längst im Laufen, im Hintergrund werden intensive Gespräche mit dem ÖSV und dem Weltverband FIS geführt. Auch beim Herbstmeeting der FIS kommende Woche am Genfersee werden die Pläne ein Thema sein. 

Die Ötztaler wollen in Zukunft neben den traditionellen Riesentorläufen zum Auftakt noch zwei Super-Gs durchführen. Die steile Piste auf dem Rettenbachferner würde das hergeben.

So trainiert das ÖSV-Speedteam regelmäßig am Weltcuphang Super-G. „Vincent Kriechmayr hat mir versichert, dass ein Super-G möglich wäre“, betont Jack Falkner. 

Die Alternative wären zwei zusätzliche Slalom-Bewerbe. Allerdings gibt es schon jetzt im Weltcup ein Ungleichgewicht zwischen Slalom (13 Herrenrennen in der Saison 2026/’27) und Super-G (10).

Dichtes Gedränge

Falkners Vision wäre ein verlängerter Saisonauftakt, bei dem sich die große Skifamilie eine Woche lang im Ötztal trifft. Von Athleten bis Skifans, von der Skiindustrie über die Ausrüster bis hin zu den Touristikern.

Aktuell bündelt sich alles an einem Wochenende, an dem Sölden kopfsteht. Bereits jetzt sind rund um den Weltcupauftakt mehr Pressekonferenzen angesetzt als bei den Hahnenkammrennen – das mag was heißen.

Reges Interesse

So präsentiert der Österreichische Skiverband heuer im Ötztal den neuen Ausrüster der Skiteams (Colmar) sowie einen neuen Sponsor aus dem Finanzsektor.

Das erste Lebenszeichen des Wintersports lockt traditionell die Skifans in Massen ins Ötztal. Beim Sieg von Julia Scheib im Vorjahr wurde ein neuer Besucherrekord (15.900) für den Frauen-Riesentorlauf verbucht. Der Gesamtsieg der Steirerin im Riesentorlauf-Weltcup sollte heuer für einen noch größeren Ansturm sorgen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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