
Wer an die Serie A denkt, dem kommen unweigerlich die Traditionsteams aus den großen italienischen Metropolen in den Sinn: Von Juventus Turin bis AS Roma, von Inter Mailand bis Lazio, von AC Milan über Napoli bis hin zur Fiorentina.
Neben diesen klingenden Namen mit einer großen Trophäensammlung wirkt Udinese Calcio wie ein kleiner Fisch.
Dabei gehört der neue Klub von David Alaba zum Inventar der Serie A. Seit 1979 ist der Verein aus der besonnenen Kleinstadt Udine (98.000 Einwohner) immer erstklassig am Ball.
Das unterscheidet Udinese auch von Teams wie dem AC Milan, Lazio Rom, Juventus Turin oder Napoli, die zwischenzeitlich wegen Finanz- und Wettskandalen in der 2. bzw. 3.Liga aufschlugen.
Coach aus Wien
David Alaba wird bei Udinese auf einen Chefcoach treffen, der in Wien geboren wurde. Kosta Runjaic sitzt seit 2024 auf der Trainerbank, mit Sandi Lovric hat er auch einen Teamkollegen mit Österreich-Bezug: Der Osttiroler, der im Nachwuchs von Sturm groß wurde, spielte für die rot-weiß-rote U-21-Nationalmannschaft, ehe er zum Fußball-Slowenen wurde.
ZZ-Top
Udinese Calcio (gegründet 1896) kann auf eine lange Tradition verweisen. In der Vergangenheit trugen etliche Stars das schwarz-weiße Trikot der Le Zebrette („die kleinen Zebras“), wie der Verein von seinen Anhängern auch gerne genannt wird.
Ein gewisser Dino Zoff startete seine lange und erfolgreiche Laufbahn in den 1960er-Jahren im Friaul. 1982 führte der Kulttormann das italienische Nationalteam zum WM-Titel – mit 40 Jahren ist Zoff bis heute der älteste Weltmeister der Geschichte.
26.000 Dauerkarten
Mitte der 1980er-Jahre verzückte Zico Udine, wenn nicht sogar die gesamte Serie A. Der brasilianische Superstar bestritt 39 Partien (22 Tore) für Udinese und löste in der Region eine riesige Fußball-Euphorie aus.
Mehr als 26.000 Dauerkarten konnte der Klub damals verkaufen, etliche davon auch nach Österreich. Fußballfans aus Osttirol und Kärnten waren damals Stammgäste im Stadio Friuli, das nur eine gute Autostunde von der österreichischen Grenze entfernt ist.
Kultstatus erlangten später auch noch Oliver Bierhoff, der ehemalige Salzburg-Stürmer und spätere Sportchef beim deutschen Nationalteam, sicherte sich im Udinese-Trikot in der Saison 1997/’98 die Torjägerkrone. Antonio di Natale wurde sogar zwei Mal Schützenkönig.
Zwei Mal Dritter
Udinese schaffte es nicht nur einmal, die Topteams aus Mailand, Rom und Turin zu ärgern. Die Saisonen 1997/’98 und 2011/’12 beendete das Team auf dem dritten Rang, 2004/’05 schloss Udinese auf Platz vier ab.
David Alaba ist der vierte Österreicher, der beim Traditionsverein aus Udine unter Vertrag steht: Roman Schramseis jun. bestritt nach dem 2. Weltkrieg 17 Partien für Udinese, auch Alexander Manninger und Sebastian Prödl gehörten dem Udinese-Kader an, absolvierten aber kein Spiel für die kleinen Zebras.
Source:: Kurier.at – Sport



