Die Zukunft des Doppels – wieso meine Karriere 2028 enden könnte

Sport

Meine Saison verläuft von außen betrachtet gut – drei ATP-Titel, erstmaliger Einzug in die Top 20 der ATP-Weltrangliste, zweimal hintereinander in einem Grand-Slam–Achtelfinale. Trotzdem bin ich nicht 100 Prozent zufrieden und sehe noch viel Potenzial.

Das liegt auch daran, dass das Jahr abseits vom Platz turbulent war. Zum einen war ich durch die Trennung von Francisco (Cabral) und die Verletzung von Alex (Erler) gezwungen, zweimal Partner zu wechseln. Zum anderen beschäftigen mich natürlich die Pläne der ATP, das Doppel zu kürzen. Ersteres habe ich aus meiner Sicht gut gelöst und fühle mich sportlich bereit für die US Open und den Saisonabschluss. Zweiteres bereitet mir nach wie vor Sorgen.

Der bisher kommunizierte Plan sieht vor, die Startplätze und das Preisgeld im Doppel zu halbieren sowie bei kleinen Turnieren das Einzel–Ranking für den Doppelbewerb zu bevorzugen. Begründet wird das damit, dass das Doppel hohe Kosten verursache und für die Turniere durch die zusätzlichen Spieler hohen administrativen Aufwand bedeute. Für mich ist das so nicht nachvollziehbar.

Die ATP hatte 2025 ein Rekordjahr – sie erwirtschaftete mehr Einnahmen denn je. Auch den einzelnen Turnieren geht es gut – sie sind wertvoller denn je. Turnierlizenzen, die dazu berechtigen, ein ATP–Turnier auszurichten, werden mit hohen Millionenbeträgen bewertet. Doppel ist Teil dieses Erfolgs und dieser Events. In solch erfolgreichen Zeiten die Existenzen hunderter Spieler und Trainer zu gefährden, verstehe ich nicht.

Dann wäre es vorbei

Sollten die Pläne wie bisher kommuniziert umgesetzt werden, können meinem Verständnis nach ab 2028 nur mehr rund 30 Doppelspieler bei den größten Turnieren antreten und vom Sport leben. Alle anderen Spieler und deren Trainer verlieren ihre Existenz. Das sind Spieler, die jahrelang Geld, Zeit und Herzblut investiert haben, um zu den besten der Welt in ihrer Sportart zu gehören. Dabei ist niemand sicher. Jeder kann durch eine Verletzung oder ein temporäres Formtief bis 2028 aus der absoluten Elite fallen. Ohne Startplätze bei Turnieren gibt es keinen Weg zurück. Die Karriere ist dann vorbei.

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Für mich wäre dieses Szenario der Anfang vom Ende des Doppels auf ATP–Ebene und eine weitere Zuspitzung des Sports nach Vorbild einer „Super League“. Ohne kritische Größe und Weg in die Spitze kann Doppel als professioneller Sport nicht überleben. Damit ist nicht nur meine eigene Karriere in Gefahr, sondern eine ganze Disziplin, die immer Teil der Geschichte von Tennis war. Ob in der Meisterschaft, im Davis Cup, olympischen Spielen oder Grand Slams – Doppel gehört zu Tennis.

Gerade wenn ich auf den Hype um Padel blicke, sehe ich im Doppel noch enormes kommerzielles Potenzial. Menschen lieben soziale Sportarten und jene Sportarten boomen, die viele selbst ausüben – siehe Rennradfahren. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir im Tennis gemeinsam mehr über Wachstum und weniger über Kürzungen nachdenken. Am Ende geht es doch darum, mehr Leute zu unserem tollen Sport zu motivieren.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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