
„Just Sports“ haucht Sydney Sweeney in die Kamera in ihrer vielbeachteten Werbung für Novig, einen sogenannten Prognosemarkt. Die Aufregung um die Inszenierung der Schauspielerin war groß. Dabei ist die Sparte, für die Werbung gemacht wird, vielleicht sogar noch beachtenswerter. Der KURIER sieht es sich genauer an: Was sind Prognosemärkte eigentlich? Was haben sie mit Drohnenangriffen im Iran zu tun? Und welche Rolle spielen die Trumps?
Was ist ein Prognosemarkt?
Prediction Markets sind virtuelle Plattformen, auf denen man Wertpapiere bzw. Wettzettel auf zukünftige Ereignisse kaufen kann – von militärischen Interventionen im Ausland bis hin zu Footballspielen und Wahlen. Es handelt sich um klare Ja-nein-Fragen.
Bei der vergangenen Fußball-WM etwa gab es 48 Wertpapiere – eines für jeden Teilnehmer: Wird xy Weltmeister? Am Finaltag kostete die Spanien-Aktie etwa auf Kalshi 61 Cent, was einer 61-prozentigen Siegwahrscheinlichkeit entspricht. Am Ende zahlte sie 100 Cent aus. Jene von Curacao, genau wie jene von Finalist Argentinien oder Deutschland, und alle anderen 0.
Mit jedem Sieg – und der damit zusammenhängenden Nachfrage – stieg während des Turniers der Wert. Der jeweils aktuelle Aktienkurs sagte daher viel über die Wahrscheinlichkeit aus, wer Weltmeister wird. „Der Kurs ist die aggregierte Meinung der Menschen“, erklärt Finanzexperte Jürgen Huber, der sich an der Universität Innsbruck unter anderem mit Prognosemärkten beschäftigt. „Dabei handelt es sich um Experten, um interessierte Fans, aber auch um Laien.“ Insgesamt könne so gut eingeschätzt werden, ob ein bestimmtes Ereignis eintreten wird oder nicht.
Ist das Phänomen neu?
Die Märkte sind im Trend, sind aber nichts Neues. Den ersten Prediction Market gab es an der Universität Iowa 1988. Damals „wettete“ man auf das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl. Nur 55 Personen haben damals gehandelt – und das Ergebnis war „fast genau das Wahlergebnis und deutlich besser als die Umfragen“ sagt Huber. Es entwickelte sich ein Erfolgsmodell: Wahlbörsen setzten sich durch – zunächst in den USA, später auch in Europa und in Österreich – in erster Linie, um Prognosen abzugeben. Doch gerade bei Wahlen kam schnell die Manipulationsgefahr hinzu: Wer seine Partei in Umfragen vorne sehen wollte, erwarb deren Wertpapiere mit dem Ziel, die Berichterstattung zu beeinflussen.
Warum sind diese Märkte jetzt so erfolgreich?
Die größten US-Prognosemärkte sind Kalshi und Polymarket. In beiden spielt Donald Trump Jr. eine tragende Rolle. Bei Kalshi fungiert er als Berater, bei Polymarket als Investor. Kaum hatte Trump investiert, hob die Börsenaufsicht CFTC 2025 sämtliche Regulierungen, die diese Märkte bremste, auf. Alle Dämme brachen und die Umsätze stiegen massiv.
Wieviel Geld ist auf Prognosemärkten im Umlauf?
Kalshi und Polymarket kamen im April auf ein gemeinsames Handelsvolumen von rund 24 Milliarden Dollar monatlich. Im August meldeten beide zusammen bereits 48,4 Milliarden Dollar. Sport-Prognosemärkte boomen. Allein am ersten NFL-Wochenende 2026 wurden laut Reuters an nur einem Tag 3,12 Milliarden Dollar auf Prediction Markets gehandelt.
Welche Art von Prediction Markets gibt es?
Sport ist 2026 zum zentralen Wachstumsmotor geworden, Wendepunkt war die Fußball-WM. Kalshi meldete während der WM rund 27 Milliarden Dollar Handelsvolumen und etwa drei Millionen Nutzer. Nur bei Kalshi waren allein am Finaltag 1,27 Milliarden Dollar im Umlauf. Zu der Zeit fielen knapp 90 Prozent von dessen Handelsvolumen auf Sport. Traden kann …read more
Source:: Kurier.at – Sport



