„Preisanpassung“: Warum Eier im Supermarkt bald teurer werden

Wirtschaft

Eier sollen im Supermarkt bald teurer werden. Eine Preiserhöhung von einem bis zwei Cent pro Ei erwartet Günther Wenninger, Obmann der Erzeugergemeinschaft EZG Frischei. Er spricht von einer „moderaten Preisanpassung“. Es gehe „nicht um Luxus, sondern um die wirtschaftliche Grundlage dafür, dass österreichische Bauern auch in Zukunft Eier produzieren können“.

Hintergrund ist – wie auch bei der Teuerung anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse – der heurige Dürresommer. Denn die hohen Temperaturen schmälerten den Ertrag in der Futtermittelproduktion. Das Tierfutter wurde nun in Folge teurer. Die Bauern müssten diese Mehrkosten nun weitergeben.

Preise sollen in den kommenden Wochen erhöht werden

Durch die geplante Preiserhöhung von zehn bis zwanzig Cent für eine Packung mit zehn Eiern ließen sich die gestiegenen Futterkosten jedoch nur teilweise ausgleichen. „Damit leisten auch die Landwirte ihren Beitrag, denn die Preiserhöhung beim Futtermittel ist eigentlich höher.“

Aktuell würden die Preisverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel laufen. Wenninger erwartet, dass diese in „den kommenden Wochen“ abgeschlossen und die Preissteigerungen dann auch im Supermarktregal sichtbar werden.

Der Eierkonsum in Österreich ist seit Jahren steigend. 2025 erreichte er mit 246 Eiern pro Person und Jahr ein Allzeithoch, teilt die Ama-Marketing mit. Die Zahl umfasst frische und verarbeitete Eier.

Bauern stocken wegen steigender Nachfrage die Produktion auf

Wegen der steigenden Nachfrage stieg auch die Zahl der Hennen in Österreich in den vergangenen Jahren stark an. Gab es im Jahr 2016 noch 6,4 Millionen registrierte Legehennen, sind es heuer bereits mehr als 7,6 Millionen.

Und die Anzahl wächst noch weiter: Wegen aktueller Investitionen der heimischen Landwirte soll bis Ende 2027 noch rund eine halbe Million Legehennen dazukommen, schätzt Martin Greßl, Leiter der Qualitätsstrategie der Ama-Marketing. Dabei wachsen vor allem das Bio- und das Freiland-Segment. Die Eiern aus diesen beiden Haltungsformen machen mittlerweile mengenmäßig mehr als die Hälfte der verkauften Eier im Supermarkt aus.

  Warum in Österreich nur wenige ein Unternehmen gründen wollen

Landwirte wollen Engpässe in Zukunft verhindern

Durch den Ausbau der Produktion will die heimische Geflügelwirtschaft Situationen wie im heurigen Frühling künftig verhindern. Vor Ostern kam es vereinzelt zu Engpässen. Die saisonal hohe Nachfrage stieß international auf ein eingeschränktes Angebot – etwa wegen der Vogelgrippe. Auch in Österreich waren die Folgen spürbar: Bei einzelnen Supermarktketten standen zeitweise aus dem Ausland importierte Frischeier in den Regalen.

Die wachsende Produktion könne Engpässe zwar für die Zukunft verhindern, gleichzeitig bleibt für die Landwirte eine weitere Sorge. So fürchten einige einen Preisverfall, falls sich auf dem Markt für die große Menge an Eiern keine Abnehmer finden. „Ein Ei zu viel und der Preis geht nach unten“, sagt Wenninger dem KURIER.

Für die Bauern würde ein Preisverfall einen enormen finanziellen Schaden bedeuten. Wenninger vertraut hier auf das Entgegenkommen des Lebensmittelhandels, dass dieser auch im Falle von niedrigen Erzeugerpreisen die Bauern fair bezahlt.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 7 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.