
Wenn heute die Wiener Austria in London auf den FC Chelsea trifft, dann begegnen einander zwei Welten in Sachen Frauenfußball. Während die Englische Women’s Super League (WSL) als die Speerspitze des internationalen Frauenfußballs gilt, sucht die österreichische Frauen-Bundesliga noch ein wenig nach ihrem Status.
Die Fußballerinnen in England haben – nicht nur, aber auch – durch die Heim-EM 2022 einen massiven Sichtbarkeitsschub erlebt. Das Turnier vor vier Jahren erreichte 574.875 Stadionbesucher, im Schnitt 18.544 pro Spiel, das Finale in Wembley sahen 87.192 Menschen. Und viele scheinen geblieben zu sein. Denn die Stars des Turniers sind Woche für Woche in den WSL-Stadien zu sehen.
Zuschauerschnitt
Die WSL kam 2025/26 laut Medienberichten auf einen Schnitt von 6.841 Zuschauern pro Spiel, während die österreichische Frauen-Bundesliga mit 288 aktuell weit darunter liegt – Tendenz steigend.
Die Chelsea Women liegen mit einem Heimschnitt von rund 9.400 Zuschauern über dem nationalen Durchschnitt, die Austria Frauen mit 620 Fans bei Ligaspielen ebenfalls. Das Saisonfinale gegen St. Pölten zog satte 2.346 Fans an. International kamen im Durchschnitt 1.850 Zuschauerinnen und Zuschauer zu Heimspielen der Austria-Frauen.
In der gesamten Saison kamen weniger Zuschauer zu den Spielen der Austria gegen heimische Gegner als bei Chelsea bei einem einzigen Spiel. Allerdings wohnen allein in London ungefähr so viele Menschen wie in ganz Österreich.
Heimstätte
Während die Austria-Frauen ihre Heimspiele in der Generali Arena absolvieren, spielten die Chelsea Women nur in Ausnahmefällen an der Stamford Bridge. Das Heimstadion der Frauen war bis 2026 Kingsmeadow im Südwesten von London. Seit der aktuellen Saison ist auch für die Frauen die Heimat der Ligaspiele an der Stamford Bridge. Die Champions League finden im AFC Wimbledon Stadium statt.
Umsätze
Die WSL ist wirtschaftlich inzwischen ein eigenständiger Millionenmarkt. Die WSL-Klubs erwirtschafteten 2024/25 zusammen umgerechnet 100 Millionen Euro Umsatz, zwei Jahre zuvor war es noch die Hälfte. Zum zweiten Mal infolge lagen alle teilnehmenden Klubs bei Einnahmen über einer Million Pfund (1,17 Mio Euro). Bei Chelsea waren es in dem Zeitraum sogar 25 Millionen Euro Umsatz, was rund ein Viertel der gesamten Liga ist.
Die Chelsea Women sind wirtschaftlich damit größer als der gesamte österreichische Frauen-Bundesligamarkt. An einem Matchtag werden von ihnen rund 3,5 Millionen Euro umgesetzt.
Professionalisierung
England verfügt seit 2024 über eine eigenständige Gesellschaft für die professionellen Frauenligen (WSL Football).
In Österreich ist die Liga aktuell beim ÖFB angesiedelt. Die Liga hat gerade begonnen, verbindliche nationale Lizenzierungsstrukturen für die Frauen auszubauen. Heuer wurde erstmals ein nationales Lizenzierungsverfahren eingeführt.
Erfahrung
Während die Austria das erste Mal in der Women’s Champions League vertreten ist, ist Chelsea bereits das 11. Mal dabei. 2021 erreichten die Londonerinnen das Finale.
Chelsea gewann achtmal die englische Frauenliga, die Austria feierte im Sommer ihre ersten beiden Titel in Cup und Meisterschaft.
Source:: Kurier.at – Sport



