Welche Lehrberufe man jetzt unbedingt im Blick haben sollte

Wirtschaft

Kaum eine Ausbildungsform in Österreich genießt international so viel Anerkennung wie die Lehre. Sie verbindet Ausbildung und Beruf auf einzigartige Weise – und bietet jungen Menschen eine große Bandbreite an Möglichkeiten. 230 Lehrberufe gibt es aktuell in Österreich. Favoriten zeichnen sich deutlich ab.

Mädchen schlagen ihren Weg am liebsten in den Einzelhandel ein, machen eine Lehre als Bürokauffrau oder faszinieren sich für Styling und Haare. Burschen sind statistisch gesehen eindeutig in der Technik Zuhause. Sie wollen Elektrotechniker, Metalltechniker oder Kraftfahrzeugtechniker werden. Nur bei der Kochlehre sind sich beide Geschlechter einig – diese landet jeweils auf Platz acht.

Vielversprechende Lehrberufe, die man im Blick haben sollte

Doch bevor man sich für eine Ausbildung entscheidet, rät Monika Sandberger, Geschäftsführerin der Initiative „zukunft.lehre.österreich.“ (z.l.ö.), zu recherchieren. Denn die besten Zukunftschancen warten in Jobs, die vielleicht nicht auf der Hand liegen. Sandberger selbst hat sich als Jugendliche dazu entschieden, eine Lehre zu machen – gegen den Willen der Eltern. Sie war Bürokauffrau bei der Raiffeisenlandesbank OÖ. Heute würde sie jungen Menschen, insbesondere Mädchen, aber raten, keinen der Top-Drei-Jobs zu wählen.

Besser wäre es, sich in der Region zu erkundigen, welche Unternehmen es gibt und welche Berufe sie ausbilden. „Oft schauen wir uns nur Berufe an, die wir durch Eltern oder Großeltern kennen. Die anderen haben wir gar nicht am Schirm“, sagt sie. Konkret schlägt Sandberger vor, jedenfalls 30 unterschiedliche Berufe zu vergleichen. Und so vielleicht einen Job mit besonders verlockender Perspektive zu entdecken.

Tipp: Kälteanlagentechniker, Energie und Recycling

  Aus für Ardo-Werk: Petition für heimisches Tiefkühlgemüse gestartet

Kälteanlagentechniker beispielsweise planen, bauen, montieren, warten und reparieren Kühlmaschinen, Kühlanlagen, Klimaanlagen sowie Wärmepumpen. „Es ist kein gängiger Lehrberuf, aber im Sommer haben wir alle nach einer Klimaanlage geschrien. Ich glaube, dass das ein absolut interessanter Beruf sein könnte.“ Die „Renner“ in den nächsten Jahren sollen laut Sandberger ohnehin Energie und Klima sein. „Die Energiewende ist bei allen Energieversorgern wichtig“, sagt sie. Auch die Bereiche Automatisierung und Industrie wären weiterhin stark gefragt: Hier zählt sie Mechatronik, Prozesstechnik oder Kunststofftechnologie auf. Letzteres gebe es noch nicht lange. „Er hängt mit Recycling zusammen, das ist ein extrem spannender Bereich“, so die z.l.ö.-Geschäftsführerin.

Auch finanziell würde es sich auszahlen, eine Ausbildung in einer dieser Zukunftsbranchen in Anspruch zu nehmen. „Alle Industrieberufe sind von der Bezahlung her interessant“, sagt Monika Sandberger. Doch welchen Weg sollen jene einschlagen, die sich weder für Technik noch für Energie begeistern können?

„Der Dienstleistungsbereich wird immer spannend sein und hat tolle Ausbildungsmöglichkeiten“, sagt die Expertin. Trotzdem appelliert sie, technisches Interesse so früh wie möglich zu fördern und auch bei Mädchen zu wecken. „Wir haben so viele MINT-Initiativen. Doch die Bewegung ist so langsam. Alle Unternehmen sind bestrebt, die Mädchenanteile hochzuschrauben, aber oft gibt es keine einzige Bewerberin.“ Sandberger ist überzeugt, dass man dafür alle mit ins Boot holen müsse – Kinder, Eltern, Ausbildner. Außerdem brauche es eine bessere und wirtschaftlich praktikablere Berufsorientierung in den Schulen. Auch nach der Matura könnten junge Menschen immer noch eine Lehre starten. Das große Ziel: Studienabbrecher reduzieren und junge Talente dorthin bringen, wo ihre Fähigkeiten gebraucht werden.

  WIFO- und IHS-Prognose: Staatsverschuldung aber auch BIP-Wachstum steigen 2026

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.