Die Derby-Legenden: „In meinem Freundeskreis sind mehr Rapidler“

Sport

Mehr Tradition geht nicht.

Rapid und Austria kreuzen ab 17 Uhr in Hütteldorf zum 350. Mal die Klingen, wieder einmal geht es ums Prestige, mehr als nur um drei Punkte und um die Nummer 1 von Wien.

Hans Krankl (der das aktuelle Derby via Sky von seinem Zweitwohnsitz in Jesolo aus verfolgen wird) und Herbert Prohaska sind als gewählte Jahrhundertspieler die Ikonen ihrer Vereine.

Die beiden Freunde haben gegen keinen Klub so oft gespielt wie gegen den jeweiligen Erzrivalen.

Als Mittelstürmer war Krankl in 48 Derbys aktiv (13 Siege), als Trainer startete er 1989/’90 mit einer legendären Siegesserie: 4:1, 5:2, 6:3. Insgesamt gab es in 13 Duellen mit der Austria als Rapid-Coach sechs Erfolge für Krankl.

Prohaska führte bei 54 Derbys Regie (26 Siege). Als Trainer waren es ab 1990 13, mit fünf Siegen.

In der zweiten Ära bei den Violetten 1999/2000 gab es gegen Rapid unter Heri Weber drei Zu-Null-Pleiten in Folge: „Da weiß ich nix mehr dazu – das hab’ ich verdrängt.“

Der Blick in die Vergangenheit bringt Bekanntes zutage, aber auch einige Neuigkeiten hervor.

Zum Beispiel, dass die Zuckerbäcker besonders wilde Hund’ auf der Tribüne waren.

KURIER: Welches war Ihr schönstes Derby-Erlebnis?

Hans Krankl: Als ich beim 4:0 im Wiener Stadion alle vier Tore erzielt habe. Das muss vor 50 Jahren g’wesen sein. Und später im Weststadion war das 5:1 auch besonders schön. Obwohl ich nur zwei Tore g’schossen hab.

Herbert Prohaska: Ich erinnere mich an dieses 0:4 (es war 1974, Anm.). Aber auch daran, dass wir gleich wieder gespielt haben, im Cup-Semifinale – und 6:2 gewonnen haben. Wir müssen bei allen Erfolgen von Hans auch in seinen Wunden bohren.

  Brisanz bei der Eishockey-WM: Aufsteiger Ukraine oder Rückkehrer Belarus

Was meinen Sie?

Prohaska: Robert Frind hat mir erzählt, dass er als junger Gegenspieler vom schon alten Krankl in fünf oder sechs Derbys kein Tor mehr vom Hans zugelassen hat.

Welche war die schmerzlichste Derby-Niederlage?

Krankl: Irgendwann im Cup. Als ich schon Trainer war und wir mit Rapid in der Verlängerung verloren haben.

Prohaska: Das war 1990 mein erster Titel als Trainer. Rapid war besser, ist 1:0 in Führung gegangen. Und Hans hat Fjörtoft und Kranjcar ausgewechselt. Ich hab Stöger und Hasenhüttl eingewechselt. In der Nachspielzeit schießt der Ogris das 1:1, in der Verlängerung meine beiden Joker das 2:1 und das 3:1.

Wie war die Zeit nach einer Derby-Pleite als Spieler?

Krankl: Dann haben wir uns drei Tage net aus dem Haus getraut, weil man überall g’häkerlt wurde.

Prohaska: Ja, das war so. Ich erinnere mich an mein erstes Derby 1972: 0:1, ich rechts außen gegen Erich Fak. Keinen Ball gesehen. Aber nicht der Fak, sondern ich. Da ich einige Rapidler auch privat getroffen habe, war so ein Derby dann noch schlimmer.

Wie oft wurde am Feld nicht jugendfrei gesprochen?

Krankl: Gestritten ist bei jedem Derby worden. Da hab mich auch mit dem Robert Sara befetzt. Obwohl ich ihn besonders geschätzt habe. Aber nach dem Spiel war alles bald wieder vergessen.

Prohaska: Alle Schimpfwörter, die es gibt, sind auch gefallen. Ich habe noch in Simmering gewohnt, am Weg zur Bank bleibt auf einmal ein hupendes Auto stehen. Fenster runter, der Gustl Starek schaut raus und schreit vor allen Leuten: …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.