
97 Prozent aller Unternehmen in Österreich beschäftigen keine eigens für KI spezialisierte Arbeitskraft. Und das obwohl die heimischen KI-Spezialisten zu den europäischen Spitzenreitern zählen. Das geht aus dem „Austrian AI Workforce Report“ der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) hervor. Dieser basiert auf der Analyse von 2,86 Millionen österreichischen Beschäftigungsdatensätzen aus den Jahren 2018 bis 2025. Österreich liegt bei der Verbreitung der KI-Kompetenzen, gemessen an der Zahl der KI-Spezialisten im Verhältnis zur Gesamtbeschäftigung, lediglich auf Platz 19 von 38 europäischen Ländern. Gleichzeitig schaffen es die österreichischen KI-Spezialisten auf Platz drei, wenn es um ihre technologische Spezialisierung geht.
KI noch immer Nischenprodukt
Auf 1.000 Beschäftigte kommen in Österreich nur 0,99 KI-Spezialisten. Bei den Spitzenreitern der Verteilung liegt Luxemburg mit einem Wert von 3,29 auf 1.000 auf dem ersten Platz. Darauf folgen die Niederlande und die Schweiz mit einer zweimal so hohen KI-Dichte wie Österreich. „KI ist in Österreich immer noch ein Nischenprodukt“, sagt Can Tihanyi, vom Institut für für International Business der WU Wien.
Während große Betriebe mit über 1.000 Mitarbeiter mindestens eine KI-Fachkraft beschäftigen, schaffen es bei Betrieben mit 11 bis 100 Mitarbeitern nur 13,4 Prozent. Laut Tihanyi wird aber längerfristig kein Weg an der Implementierung von KI vorbeiführen. „Es steht nicht mehr zur Debatte, ob in künstliche Intelligenz investiert werden soll, um sich am Weltmarkt behaupten zu können“, sagt der Co-Autor.
Gleichzeitig geht es bei der Studie um den menschlichen Aspekt: Jede Firma könnte sich theoretisch ChatGPT zulegen, es braucht aber jemanden, der diese Prozesse in die Betriebe integriert. Die KI-Wende kann nur dann gelingen, wenn es Menschen gibt, die sie in die Unternehmen tragen.
KI-Experten wandern aus Österreich aus
Weiters zeigt sich, dass Österreichs KI-Talent abwandert. 17,2 Prozent der KI-Spezialisten im sogenannten „Build“-Bereich, also diejenigen, die KI-Systeme entwickeln und technologisch vorantreiben, verlassen im Lauf ihrer Karriere das Land. 44 Prozent aller Abwanderungen bei KI-Fachkräften in Österreich passieren sogar im ersten Arbeitsjahr. Der Report zeige zudem eine spürbare Abschwächung des Wachstums bei KI-Fachkräften. Nach einem Plus von 12,5 Prozent im Jahr 2024 wuchs die Zahl der KI-Spezialisten 2025 nur noch um 7,1 Prozent.
Aus den Ergebnissen heraus empfehlen die Autoren der Studie für mehr Ausbildungsmöglichkeiten an Universitäten zu sorgen. Damit KI auch in Klein- und Mittelbetrieben eingesetzt werden kann, sollen Programme gestaltet werden, die den Betrieben helfen, sich auf die Implementierung vorzubereiten. Etwa durch den Zugang zu geteilter Infrastruktur und Beratung.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



