Faszination Heimrennen: Duell Mensch gegen Auto in Monza

Sport

Böse Zungen behaupten ja, der Niederländer Max Verstappen hätte zwei Heimrennen. Jenes in Zandvoort und jenes in Spielberg, wo die grüne Mark von den vielen niederländischen Fans in ein Uhrwerk Orange verwandelt wird. Zudem dreht sein Team Red Bull mit österreichischer Lizenz seine Runden. Was nicht unbedeutend ist. Wie Jahr für Jahr Ferrari in Monza unter Beweis stellt.

Da Autos naturgemäß weniger Gefühle als ihre Piloten haben, genießen freilich die Stars ebenfalls die „Heimspiele“. Oder wie einst der Australier Mark Webber sagte: „Ich bin nur auf der Toilette und im Auto alleine. Dennoch, wenn du fährst, dann hast du das Gefühl, dass alle bei dir im Auto sind. Das kann nur positiv sein.“

Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli muss keine Fans im Auto mitnehmen, für ihn zählt, dass er 59 Punkte Vorsprung in der WM auf den zweitplatzierten Teamkollegen George Russell und Ferrari-Pilot Lewis Hamilton aufweist und das Rennen daheim genießen kann. Auch, wenn der Trubel noch größer als sonst ist, reist der 20-Jährige schließlich als erster italienischer WM-Spitzenreiter seit Alberto Ascari im Jahr 1953 zu einem Heimrennen. „In der vergangenen Saison steckte ich in einer schwierigen Phase, als ich nach Monza kam. Ich hatte deshalb das Gefühl, mich beweisen zu müssen. Nun ist es ganz anders.“

Wer die Tifosi kennt, weiß, dass es ein Sympathie-Rennen zwischen Antonelli und Ferrari gibt. Obwohl aber beide Ferrari-Steuermänner, der Brite Hamilton und der Monegasse Charles Leclerc, keine Landsleute sind, stehen in Monza freilich die roten Boliden im Vordergrund.

  Mühlberger nach Vuelta-Aus: „Unglaublich frustrierend“

Und es sind beeindruckende Feste, die für den Rennstall inszeniert werden. Alle Jahre wieder wird ein Schauspiel rund um das Autodromo Nazionale inszeniert, das an einen Empfang von Fußball-Weltmeistern in der Heimat erinnert.

Schumacher gehuldigt

In diesem Jahr soll der Grand Prix von Italien auch noch zu einer Huldigung des Deutschen Michael Schumacher werden. Vor 30 Jahren gelang dem Kerpener sein erster Monza-Sieg im Ferrari, vor 20 Jahren war er zum letzten Mal hier erfolgreich. Unter anderem tragen die beiden Piloten auf ihren Rennanzügen sieben Sterne als Hommage an die sieben WM-Titel von Schumacher.

Hamilton fuhr noch mit Schumacher. Und er tut es fast am liebsten daheim in Silverstone. Als der mittlerweile 40-Jährige 2024 dort seinen ersten Sieg nach dreijähriger Durststrecke feierte, ließ er seinen Gefühlen freien Lauf. „Ich habe schon lange nicht mehr so geweint“, gestand er danach.

Dennoch: Die Lieblingsstrecke der Stars lag nicht immer vor der Haustür. Niki Lauda, Österreichs einziger Sieger beim Heim-GP, nannte einen anderen Kurs „die tollste und geilste Rennstrecke der Welt“. Er meinte damit den Nürburgring, wo er 1976 fast ums Leben gekommen wäre.

Dafür bemühen sich die Australier sehr um „ihren“ Oscar Piastri. Beim GP von Australien in Melbourne wurde die Tribüne auf der Start-Ziel-Gerade zum „Piastri Grandstand“.

Und Verstappen? „Das ist meine Lieblingsstrecke im Kalender, und es ist immer schön, dorthin zurückzukehren.“ Er meinte damit weder Zandvoort noch Spielberg, sondern Spa in Belgien, wo ihn die Fans ebenso lieben.

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.