Überteures Brot in New York: Warum der Preis auch in Österreich steigt

Wirtschaft

Als kürzlich bekannt wurde, dass der Grazer Bäcker Martin Auer sein Brot in New York um 60 Dollar pro Laib verkauft, entfachte er damit eine neue Debatte um den Preis für das beliebte Grundnahrungsmittel.

Auch hierzulande ist Brot in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden, wenn auch in einem geringeren Ausmaß als die Inflation insgesamt. Vom Jahresbeginn 2023 bis Juni 2026 stieg der Preis um zehn Prozent. Einen Rückgang gab es Anfang Juli, als die Mehrwertsteuer für ausgewählte Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent gesenkt wurde. Der durchschnittliche Preis für ein Kilo Mischbrot sank von 2 auf 1,91 Euro. Danach stieg der Preis allerdings wieder.

Mehrwertsteuersenkung hat „nur wenig gebracht“

Die Steuerreduktion sei für die Unternehmer mit viel Aufwand verbunden gewesen, hätte aber „nur wenig gebracht“, berichtet Josef Schrott, Innungsmeister des WKÖ-Bundesverbands der Bäcker. Dass die Maßnahme weniger effektiv war als erwartet, legt auch eine kürzlich veröffentlichte OGM-Auswertung auf Basis tatsächlich durchgeführter Einkäufe nahe. Hauptgrund für die Abweichung sind laut OGM-Datenexperte Johannes Klotz die komplexen Ausnahmeregelungen: „Der Warenkreis, der tatsächlich erfasst ist, ist kleiner, als man vorher geglaubt hat.“

So gilt der ermäßigte Steuersatz nur für Weizen-, nicht aber für Roggenmehl. Auch wenn der Fett- oder Zuckeranteil von Brot oder Gebäck zu hoch ist, werden weiterhin zehn Prozent Mehrwertsteuer fällig. Das kann etwa der Fall sein, wenn im Teig Samen wie Sonnenblumen- oder Kürbiskerne verarbeitet werden.

Dass Brot in den vergangenen Jahren immer teurer wurde, lag Schrott zufolge vor allem an gestiegenen Löhnen. „In Österreich sind Arbeitsleistungen im europäischen Vergleich teuer. Und in der Bäckerei ist eben Handarbeit gefragt“, sagt Schrott dem KURIER. Die heimischen Bauern erhalten wegen höherer Preise für Brot nicht mehr Geld für ihren Weizen. Laut Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) entfallen bei einem Laib Brot mit einem Preis von 3,42 Euro nur 16 Cent – und damit 4,7 Prozent – auf die Landwirte.

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Der Weizenpreis ist seit Jahren niedrig

Diese leiden bereits seit mehreren Jahren unter niedrigen Erzeugerpreisen für Weizen. Im Sommer lag dieser bei rund 200 Euro pro Tonne. Die Produktionskosten lagen aber bei rund 300 Euro pro Tonne, so Lorenz Mayr, Vorsitzender des Ama-Verwaltungsrates. Wegen der Dürre brach die Erntemenge von Weichweizen, der für die Gebäckproduktion verwendet wird, heuer fast um ein Viertel ein. Ein geringeres Angebot gab zunächst Hoffnung, dass der Weizenpreis steigen würde. Dieser stieg zwar kurzfristig auf 255 Euro, mittlerweile liegt er aber wieder bei rund 240 Euro pro Tonne.

Der Konsum von Brot entwickelte sich in den vergangenen Jahren eher positiv. Das liege etwa auch an Premiumbäckern wie Joseph Brot oder Öfferl, die das Handwerk stärker in den Vordergrund stellen. „Brot wird dadurch wieder mehr als Nahrungsmittel geschätzt und häufiger konsumiert“, berichtet Schrott.

Supermarkt und Diskonter verdrängen heimische Bäcker

Insgesamt nimmt aber nur ein kleiner Teil der Konsumenten für den Brotkauf den Weg bis zum Bäcker auf sich. Fast 90 Prozent werden mittlerweile in Supermärkten und bei Diskontern gekauft, so die Zahlen der Ama-Marketing. Die heimischen Bäcker verlieren seit Jahren Marktanteile. „Manche Konsumenten schätzen Bäckereien noch, aber für viele ist einfach der One-Stop-Shop Supermarkt sehr praktisch“, sagt Schrott.

Hinzu kommt ein meist günstigerer Preis …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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