Mercedes-Pilot Russell schnappt sich in Baku die Pole

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Fassungslos nach seinem Qualifikations-Debakel saß WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli mit aufgeklapptem Visier hinter dem Fangzaun auf dem superkniffligen Straßenkurs in Baku. Das italienische Formel-1-Wunderkind raste schon im ersten K.-o.-Durchgang in der ersten Kurve gegen die Streckenmauer und demolierte sich dabei irreparabel die linke Vorderradaufhängung.

Damit war der Kampf um den besten Startplatz, den sich sein ärgster WM-Verfolger und Mercedes-Teamkollege George Russell mit einer Hammerrunde sicherte, für den 19-Jährigen vorzeitig beendet!

„Warum können wir’s nicht reparieren?“, wollte Antonelli mit leiser Verzweiflung vom Mercedes-Kommandostand wissen. Aber keine Chance, gab die Box zurück. Vermutlich sei die Radachse oder die Spurstange des Autos bei dem Einschlag beschädigt worden. „Das ist eine ziemlich happige Aufgabe.“

Wieder ein Wunder wie in Monza?

Antonelli reagierte tief betrübt. „Es tut mir leid Jungs, mein Gott“, entschuldigte er sich, stellte seinen an der Front ramponierten Wagen in der Auslaufzone ab und musste dann hilflos in Kurve sieben erstmal hinter der Streckenmauer Platz nehmen. Von Rang 16 will er das Feld in den engen Straßenschluchten von Baku nun am Samstag (13.00 Uhr/Sky) aufrollen.

Es war das schlechteste Qualifikations-Ergebnis in dieser Saison von Antonelli, den zum Auftakt in Baku Hydraulikprobleme ausgebremst hatten. Er muss nun auf das nächste Wunder hoffen. Vor knapp drei Wochen hatte Antonelli bei seinem Heimspiel im Hochgeschwindigkeitstempel von Monza wegen eines unerlaubten Motorenwechsels eine Startplatzstrafe kassiert und war dennoch von Rang 19 noch zum Sieg vor seinem hilflosen Teamkollegen Russell gerast. Die Überholmöglichkeiten auf dem Baku City Circuit sind aber deutlich geringer als in Italien.

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Das will Russell für sich nutzen. Der Engländer, der in der WM-Wertung schon 81 Punkte hinter Antonelli liegt, musste in der Qualifikation liefern – und tat das dann auch. Er flog quasi zu seiner fünften Pole Position in diesem Jahr. In 1:42,526 Minuten verwies er Charles Leclerc im Ferrari (+0,837 Sekunden) klar auf den zweiten Platz. Dritter wurde McLaren-Fahrer Oscar Piastri. Der viermalige Weltmeister Max Verstappen kam im Red Bull nicht über Position acht hinaus, Nico Hülkenberg landete im Audi nur auf Rang 18.

„Es war einfach die perfekte Runde“

Vollkommen zufrieden durfte Russell sein, der schon in den ersten beiden Trainings die Konkurrenz dominiert hatte. „Es ist schon eine Weile her, daher fühlt es sich auf jeden Fall gut an. Das ist wahrscheinlich der größte Vorsprung meiner gesamten Karriere, einschließlich meiner Zeit in der Formel 2 und Formel 3“, meinte Russell nach seiner Zauberrunde im dritten K.-o.-Abschnitt.

Russell bekam auf seiner schnellsten Runde auch noch Hilfe von Verstappens Teamkollege Isack Hadjar. Der Engländer konnte im Windschatten des jungen Franzosen, der bei seinem Comeback nach einer Verletzungspause einen starken vierten Startplatz holte, das ein oder andere Zehntel gewinnen. „Es war einfach die perfekte Runde“, sagte Russell, der Antonelli im WM-Kampf nochmal ordentlich unter Druck setzen will.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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