
Von Volleyball in Österreich leben? „Ja, könnte ich schon“, sagt Maximilian Thaller. „Wenn ich recht minimalistisch lebe“, schießt der Nationalteam-Kapitän nach. Thaller ist 32 und wurde 2026 mit dem TSV Hartberg Meister. Als Fußballer hätte er damit vielleicht ausgesorgt. Beim Volleyball läuft das hier anders. Nebenbei arbeitet er in einem 25-Stunden-Job.
Acht Jahre hat Thaller im Ausland verbracht und dort gesehen, welchen Stellenwert sein Sport haben kann. „Wir haben in Frankreich regelmäßig vor 3.000 Menschen gespielt“, sagt er im KURIER Sport Talk. Beschweren will sich der Steirer aber nicht. „In Hartberg brauchen wir uns nicht verstecken. Da kommen 1.500 Leute zu den Spielen. Die Halle ist voll, die Stimmung super.“
Turnier in Hartberg
Das erhoffen sich die Veranstalter auch für die nächsten Tage. Bei der Coppa Pallavolo Senza Confini spielen nicht nur die Lokalmatadoren aus Hartberg, sondern auch internationale Topklubs wie Verona Volley, VfB Friedrichshafen und Volley Ljubljana.
Am 1. und 2. Oktober sind die Teams mit teils hochkarätiger Besetzung für Testspiele vor dem Saisonstart geladen, um einerseits eine gewichtige Formüberprüfung für den Meister aus Hartberg zu bieten, andererseits den treuen Volley-Fans eine Show in die Heimat zu holen.
Tickets sind hier erhältlich.
Doch der zu gewinnende Pokal ist nur die Spitze des Eisbergs in der Stadtwerke-Halle.
Projekt für den Nachwuchs
Volleyball Senza Confini ist ein Projekt, das der TSV gemeinsam mit Verona Volley aus Italien und der Academy Stoytchev Kaziyski aus Bulgarien vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. „Volleyball ohne Grenzen“ soll jungen Spielern den Übergang vom österreichischen Nachwuchs in die Volleyballwelt erleichtern. Vereine, Verbände und Nachwuchsakademien aus mehreren Ländern arbeiten dabei – vor allem in der Jugendarbeit und an der Schnittstelle zum Profisport – zusammen, erklärt der Initiator des Projekts Senza Confini, Gottfried Rath-Zobernig. „Die Spieler können zwischen Vereinen und Akademien hin und her wechseln, ohne finanzielles Interesse.“ Sie können nach der Schule erste Erfahrungen im Ausland und in anderen Ligen sammeln. Als Beispiel nennt Rath-Zobernig Lukas Glatz, der als junger Spieler von Hartberg nach Verona ging.
Kleiner Ort, große Chance
Auf seine Nachwuchsarbeit ist der TSV besonders stolz. „Hartberg zeigt, dass ein kleiner Standort mit Nachwuchsarbeit, Nähe zur Community und familiärer Struktur sportlich erfolgreich sein kann“, sagt Thaller. Die Bezeichnung „Volleyball-Hauptstadt Österreichs“ auf dem Ortsschild sei deshalb durchaus berechtigt.
Source:: Kurier.at – Sport



