Gleichbehandlung: Drastischer Anstieg bei Diskriminierung

Politik

Die Gleichbehandlungsanwaltschaft hat in den vergangenen beiden Jahren einen starken Anstieg sowohl bei den Anfragen als auch bei den Diskriminierungsfällen verzeichnet. 2024 und 2025 wurden 9.268 Anfragen bearbeitet, was einem Anstieg von 31 Prozent gegenüber den beiden Vorjahren entspricht, die Zahl der Diskriminierungsfälle stieg um 33 Prozent, wie aus dem Gleichbehandlungsbericht für die Privatwirtschaft hervorgeht. Gefordert wird eine deutliche personelle Aufstockung.

73 Prozent der Diskriminierungsfälle im Job

Insgesamt 1.975 Mal wurden 2024 und 2025 Personen, die von Diskriminierung nach dem Gleichbehandlungsgesetz betroffen waren, von der unabhängigen staatlichen Beratungseinrichtung unterstützt, heißt es in dem von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) an das Parlament übermittelten Bericht. 46 Prozent davon betrafen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, 33 Prozent aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit. Die übrigen bezogen sich auf Alter (9 Prozent), Betreuung und Pflege (5), Religion (4), sexuelle Orientierung (2) und Weltanschauung (1). Die überwiegende Mehrheit (73 Prozent) der Diskriminierungsfälle stand im Zusammenhang mit der Arbeitswelt. Jeder zweite Fall von Belästigung am Arbeitsplatz war eine sexuelle Belästigung, jeder vierte Fall rassistisch motiviert.

Personelle Aufstockung gefordert

Angesichts der steigenden Fallzahlen klagt die Gleichbehandlungsanwaltschaft in dem Bericht über „enorme personelle und budgetäre Herausforderungen“. Nötig sei eine deutliche personelle Aufstockung, um zukünftig weiterhin für alle Personen wirksame Beratung gewährleisten zu können. Zudem kämen aufgrund von EU-Richtlinien neue Aufgaben hinzu.

Auch die Gleichbehandlungskommission der Privatwirtschaft, die mögliche Verletzungen des Gleichbehandlungsgebots überprüft und feststellt, meldet in dem Bericht eine deutliche Steigerung bei den Anträgen. Der Senat I, der für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt zuständig ist, berichtet von fast 30 Prozent mehr Anträgen 2024/25 und einem Höchststand an offenen Fällen und Wartezeiten auf einen Befragungstermin von bis zu zwei Jahren. Der Senat II, der für andere Arten von Diskriminierungen in der Arbeitswelt zuständig ist, meldet sogar um 60 Prozent mehr eingebrachte Anträge. Dennoch sei es zwar gelungen, die durchschnittliche Verfahrensdauer mit rund zehn Monaten weitgehend stabil zu halten, die Zahl der offenen Verfahren habe sich aber erhöht, heißt es in dem Bericht.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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