Eva-Maria Holzleitner: Wer ist die neue Co-Chefin der SPÖ?

Politik

Auch Eva-Maria Holzleitner, intern „Evi“ genannt, ist nicht zu beneiden: Es war am Sonntag ein langes Ringen unter den SPÖ-Granden der Länder, der Arbeiterkammer und der Gewerkschaft, bis Holzleitner nachgab und sich mit der Interimsführung der Partei ab dem Neujahrstag einverstanden erklärte. 

Natürlich nur unter der Zusicherung, dass sie, was immer im Frühjahr passiert, definitiv nicht die Partei übernehmen wird. Denn eigentlich hatte sie am Tag zuvor in der Ö1-Sendereihe „Im Journal zu Gast“ noch ausgeschlossen, dass sie eine andere Rolle in der SPÖ als jene der Frauenvorsitzenden einnehmen will oder wird.

Nun ist die 33-Jährige geschäftsführende Parteichefin, gemeinsam mit dem zwölf Jahre älteren Kärntner Philip Kucher, Klubchef der SPÖ im Parlament.

Am Montag sprach sie über die Sitzung von einem „geordneten Übergang“ und einer „professionellen Abwicklung“ und davon, zusammen mit Kucher „Brücken bauen“ und die „Partei wieder einen“ zu wollen. „Das ist, was wir seit zehn Jahren nicht ganz geschafft haben“, sagte Holzleitner im Ö1-Morgenjournal. Zu viel sei über die Parteiführung öffentlich diskutiert worden, immer zum Schaden der Partei. 

Über die endgültige Nachfolge an der Parteispitze soll auf einem Parteitag im Frühjahr 2027 entschieden werden.

Die 1993 in Wels geborene Holzleitner war einst die jüngste Abgeordnete, ihre Wurzeln liegen sowohl bei der Jungen Generation als auch bei den SPÖ-Frauen, deren Bundesvorsitzende sie seit 2021 ist. Zuvor studierte sie Sozialwissenschaften an der Linzer Kepler-Uni und schloss 2016 mit einem Bachelor ab.

Als Bundesvorsitzende der SPÖ-Frauen hat sie traditionelle Frauenthemen wie Lohntransparenz, den Ausbau flächendeckender Kinderbetreuung und Gewaltschutz wieder stärker ins Zentrum der Partei gerückt. Parteiintern gehört sie – nicht zuletzt wegen ihres Alters – zum Kern der jüngeren Parteiführung. Sie fungiert bisher schon als stellvertretende Bundesparteivorsitzende und gilt als Brückenbauerin zwischen Jugendorganisationen wie der SJ und den traditionellen Gewerkschafts- und Frauenstrukturen.

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Nach einem viel beachteten Schwächeanfall am Rednerpult des Nationalrats im Herbst 2021 ging sie bemerkenswert offen mit dem Thema Überlastung um, was ihr parteiübergreifend Respekt einbrachte.

Seit März des Vorjahres ist sie Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, wobei die Frauenagenden mit einem Budget von 50 Millionen Euro dürftig wirken gegenüber dem vergangenen dreijährigen Uni-Budget von mehr als 16 Milliarden. 

Genau das bereitete Holzleitner schon vor diesem Wochenende eher schlaflose Nächte, denn bis Ende des Monats soll das neue Budget von 2028 bis 2030 stehen. Eine für alle gute Lösung zeichnet sich zur Stunde nicht ab. 

Das Uni-Budget wird wohl ihr Lackmustest werden, ob sie gute Lösungen ausverhandeln kann. Das sollte im Vergleich zu ihrer bald neuen Rolle an der Parteispitze die leichtere Übung sein. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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