Gründen in Österreich: Was der Start-up-Szene noch fehlt

Wirtschaft

Der Startschuss fiel im Juni 2025, als die Wirtschaftsuniversität Wien WU Ignite Ventures ins Leben rief. Die Beteiligungsgesellschaft für universitäre Spin-offs in der sogenannten Pre-Seed-Phase, also der Vorgründungsphase, machte es sich zum Ziel, junge Gründer mit jeweils bis zu 50.000 Euro zu unterstützen. „Wir sind mit dem Plan gestartet, jedes Jahr sechs bis acht Investments zu machen, um jenen Projekten, die direkt aus der Uni kommen, eine Starthilfe zu geben“, erklärt Markus Aumer der WU Ignite Ventures.

Drei Teams konnten bisher mit ihren Ideen starten: WeGait, constrct und minimist. Der KURIER begleitet sie seit März 2026 bei ihren ersten Gründungsschritten. Wie es bisher läuft, berichten Markus Aumer und Rudolf Dömötör von WU Ignite Ventures.

KURIER: Gründen in Österreich: Hat sich der Weg in die Selbstständigkeit verändert? Ist es leichter geworden?

Rudolf Dömötör: Es hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht sehr viel verändert. Im Vergleich zu vor fünf oder zehn Jahren ist es aber etwas einfacher geworden. Es gab einige Bestrebungen, wie die flexible Kapitalgesellschaft als neue Rechtsform und die Erweiterung der Rot-Weiß-Rot-Karte. KI hilft hier auch, weil sie vieles beschleunigt.

Ist auch der Wunsch zu gründen da? Wie steht es um den Gründergeist in Österreich?

Dömötör: Was wir beobachten, weil wir bei den Gründern sehr früh dran sind: Nachdem es in den vergangenen zwei, drei Jahren eine gewisse Stagnation gab, sehen wir jetzt, dass wieder mehr coole Teams nachkommen. Auch die grundsätzliche Sichtbarkeit, dass es Start-ups gibt und dass Gründen eine spannende Karriereentscheidung sein kann, hat zugenommen.

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Wie lebendig ist die heimische Start-up-Szene?

Dömötör: Sehr lebendig. Die, die drinnen sind, sind sehr umtriebig. Und da gibt es auch wirklich ein starkes und wachsendes Ökosystem. Auf der anderen Seite muss man sagen: Im internationalen Vergleich hat sich der Abstand wohl nicht wirklich verringert. Von außen betrachtet müsste es mehr Gründungen geben.

Markus Aumer: Was ich beobachte, ist, dass Leute zum zweiten Mal gründen. Zum Beispiel die Hokify-Gründer mit one100. Man sieht, dass Leute teilweise ins europäische Ökosystem zurückkehren. Wien ist in den vergangenen zwei Jahren an einem Punkt angekommen, an dem man die zweite, dritte Generation an Gründern hat, die sich als Business Angels betätigen und schon Vorerfahrungen gemacht haben. Sie intensivieren das Ökosystem.

Welche Rahmenbedingungen halten am stärksten zurück – die Wirtschaftslage, die Bürokratie?

Dömötör: Von allem ein bisschen was. Ein Grundthema ist, dass es in Österreich eine super Förderlandschaft gibt, es gibt Kapital für frühphasige Finanzierungen. Wenn es aber darum geht, international zu skalieren, fehlt das Geld dafür. Es heißt, dass auf Österreichs Sparbüchern hunderte Milliarden herumliegen. Wenn man einen kleinen Teil davon aktivieren könnte, um das als Risikokapital bereitzustellen, wäre schon viel geholfen. Hinzu kommt auch das aktuelle Thema mit dem Dachfonds, der kommen wird. Diese Maßnahme wird sehr helfen.

Aumer: Spannend ist, dass auch hier das Interesse besteht – wie im Silicon Valley üblich – in Start-ups zu investieren. Es fehlt nur die Struktur, die es ermöglicht, das Geld an die Firmen zu bringen.

Wo brummt die Start-up-Szene und was haben diese Standorte, was wir nicht haben? Aumer: München, Stockholm, Berlin, Paris, Zürich. Was …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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