
Es war der geforderte Pflichtsieg, den das österreichische Nationalteam am Freitag in Prishtina einfahren konnte. Doch mit dem Siegestreffer durch Nicole Billa in Minute 82 war der Sieg im Hinspiel der ersten Runde des WM-Play-offs wohl schwieriger und knapper, als sich die ÖFB-Frauen erhofft hatten.
Die Kosovarinnen sind extrem tief gestanden und mit einem Konter früh in Führung gegangen. Die Dominanz, die der Ballbesitz der Österreicherinnen vermuten lassen hätte können, wollte nie richtig aufkommen. Die Räume waren eng, die Bewegungsfreude und die Ideen in der Offensive zu gering, um viel mehr entgegenzusetzen.
Umso wichtiger vor dem Rückspiel heute, Dienstag (18 Uhr/live ORF 1), am Wiener Sport-Club-Platz war das Tor von Nicole Billa. Denn wenn das Team des Kosovo den WM-Traum aufrechterhalten will, dann muss in Wien ein Auswärtssieg her. Und das könnte Österreich in die Karten spielen. Denn hier könnte das Team von Lars Söndergaard mehr Räume vorfinden.
Ein Sieg für den Kopf
Den Sieg im Hinspiel findet Söndergaard „sehr wichtig“. Nicht nur wegen der besseren Ausgangsposition, sondern auch für den Kopf: „Weil gewinnen einfach wichtig ist!“ Ziel ist deshalb auch heute nicht nur der Gesamtsieg, sondern auch ein Heimsieg in Wien Hernals.
Entscheidend werde sein, dass die ÖFB-Offensive „mehr Torchancen kreiert“ als in Prishtina. „Im Ballbesitz sauberer spielen“ will Kapitänin Sarah Puntigam. Geduldig und diszipliniert bleiben sei die Devise.
Und dann fordert die Steirerin von sich und ihren Mitspielerinnen noch etwas Abstrakteres: „Bessere Entscheidungen treffen“ – nichts, was als Anweisung von der Coachingzone kommen kann. Da sind die Spielerinnen selbst gefragt. Mit Sarah Zadrazil, Marie Höbinger und Lilli Purtscheller waren ja schon in Prishtina drei langzeitverletzte Kreativkräfte wieder mit von der Partie. Qualität und Kreativität werden auch heute Abend wieder gefragt sein. „Wir müssen ihren Abwehrblock in Bewegung bringen“, sagt die Kapitänin.
Änderungen zum Hinspiel
Offensivspielerin Höbinger nahm sich vor dem Abschlusstraining auch selbst in die Pflicht: „Ich sehe es als meine Aufgabe, Chancen zu kreieren und auch selbst zu Abschlüssen zu kommen“, sagt die Liverpool-Legionärin. „Wir haben im ersten Spiel gesehen, dass wir uns auf sehr engen Räumen bewegen müssen – aber das liegt mir auch.“ Man habe das erste Spiel analysiert – und auch einiges adaptiert. Mit „zwei bis drei personellen Änderungen“ will Söndergaard ins Rückspiel gehen.
Umgekehrt will man die Konter der Kosovarinnen unterbinden. Vor allem jener beiden, die die Österreicherinnen aus der heimischen und der deutschen Liga gut kennen: Ereleta Memeti und Modesta Uka. Dem Oberschenkel der Austrianerin geht es schon besser, sie wird wohl auf mehr Spielminuten kommen als im Kosovo.
Liverpool-Spielerin Höbinger denke zwar „Schritt für Schritt“, aber der Blick auf die mögliche WM-Qualifikation motiviere sie: „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir das schaffen können und schaffen wollen.“ Die ÖFB-Frauen werden am Dienstag in einem gut gefüllten Stadion vor mindestens 2.500 Zuschauern spielen.
Source:: Kurier.at – Sport



