3.000 Jobs weniger: Autozulieferer stemmen sich gegen die Krise

Wirtschaft

Die österreichische Automobilzulieferindustrie steht unter Druck. Der Umsatz sank im Vorjahr auf 26,9 Milliarden Euro – ein Minus von 5,4 Prozent. Auch 3.000 Jobs gingen verloren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) für die ARGE Automotive Zulieferindustrie in der Wirtschaftskammer hervor, die am Donnerstag präsentiert wurde.

„Überall steht ein Minus. Die Branche ist unter Druck“, erklärte IWI-Leiter Herwig Schneider. Zwar falle der Rückgang schwächer aus als im Vorjahr, als der Umsatz noch um 9,2 Prozent eingebrochen war. Doch die Erholung lasse auf sich warten. Bereinigt um die Inflation zeigt sich: Von 2019 bis 2022 gab es keine echte Wachstumsdynamik.

73.900 Beschäftigte – 3.000 weniger als 2024

Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sank auf 73.900 – ein Rückgang um vier Prozent. „Jeder Arbeitsplatz, den wir verlieren, zieht weitere 1,5 Arbeitsplätze in den Abgrund“, warnte Schneider. Gesamtwirtschaftlich hängen 183.000 Jobs an der Zulieferindustrie.

„Bereits 2025 sind uns 3.000 Jobs verloren gegangen. Und seit 2019 sind uns knapp 8.000 Jobs verloren gegangen in der Branche“, sagte Dietmar Schäfer, Vorsitzender der ARGE Automotive Zulieferindustrie. Das sei bereits jeder zehnte Arbeitsplatz. „Das ist mehr als eine vorübergehende Konjunkturdelle. Die Jobs kommen nicht automatisch zurück.“

Die Gründe für die Krise sind vielfältig: schwache internationale Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten und die Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung. „Die doppelte Transformation der Dekarbonisierung und Digitalisierung setzt Notwendigkeiten, um zu investieren“, erklärte Schneider. Das koste Geld – in einer Phase, in der die Margen ohnehin schon unter Druck stehen.

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Exportquote bei 94 Prozent

Die österreichische Autozulieferindustrie ist extrem exportorientiert. 94 Prozent der Umsätze werden im Ausland erwirtschaftet. Wichtigste Absatzmärkte sind EU-Staaten wie Deutschland, Italien und Frankreich (48 Prozent), gefolgt von Nordamerika (22,2 Prozent) und Asien (13,7 Prozent).

Doch gerade dort schwächelt die Konjunktur. „Wir haben keine große Wachstumsdynamik in Europa“, so Schneider. Hinzu kommt: Viele Exporte laufen indirekt über Deutschland nach Amerika oder Asien. Die tatsächliche Abhängigkeit von globalen Märkten ist daher noch größer als die Statistik zeigt.

Gut positioniert

Ein positiver Befund: 58 Prozent der Unternehmen beliefern direkt die Fahrzeughersteller – ein Zeichen für hochwertige Produkte. Die Schwerpunkte liegen bei Antrieb, Elektronik sowie Maschinen und Anlagen. Die Branche stellt sich bereits auf die Zukunft ein: IT-bezogene Aktivitäten, Internet of Things, Sensoren und innovative Werkstoffe werden als neue Geschäftsfelder genannt.

„Die Branche erkennt sehr gut diesen Transformationsprozess und passt sich schon in ihren Technologien an“, sagte Schneider. „Das ist kein Prozess, der von heute auf morgen passiert, aber er ist da.“

Kritik an der Transformation zur E-Mobilität

Schäfer übte deutliche Kritik an der Transformation zur Elektromobilität. Knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen würden den Umstieg „weniger dynamisch als erwartet und auch wechselvoller als geplant“ erleben. „Viele Unternehmen haben investiert. Und der Absatz und der Return auf diese Investitionen ist schleppend“, sagte Schäfer.

Mehr als 80 Prozent der Betriebe erwarteten auch mittelfristig einen Mix verschiedener Antriebsarten. Europa stehe mit dem Verbrennerverbot ab 2035 „weltweit alleinstehend“ da. „Das haben die Chinesen nicht gemacht, das haben die Amerikaner gar nicht gemacht.“

Besonders kritisch sieht Schäfer die Förderpolitik. Als Beispiel nannte er die Vorsteuerabzugsfähigkeit bei betrieblich genutzten Elektrofahrzeugen mit einer Schwelle von 40.000 …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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