Anleihen machen Aktien zunehmend Konkurrenz

Wirtschaft

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist im dritten Quartal 2026 so stark gestiegen wie seit 1994 nicht mehr. Vergangenen Freitag erreichte sie mit 5,34 Prozent den höchsten Stand seit 2002. Die Rendite 30-jähriger Papiere stieg auf 5,652 Prozent. Steigende Renditen drücken die Kurse bestehender Anleihen und erhöhen zugleich den Druck auf Aktien.

Als Treiber gelten anhaltender Inflationsdruck, eine robuste US-Konjunktur, geopolitische Spannungen, das hohe Staatsdefizit und der enorme Kapitalbedarf für den Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI). Zusätzlich hat die US-Notenbank Fed im September erstmals seit 2023 wieder den Leitzins erhöht. Eine weitere Anhebung im Oktober ist möglich, wird aber vom Markt nicht mehr so stark eingepreist wie zuvor. Nach etwas günstigeren Inflationsdaten – die Preissteigerungsrate verharrte im August bei 3,4 Prozent, Analysten hatten 3,7 Prozent erwartet – sank die entsprechende Wahrscheinlichkeit von 51 auf 37 Prozent.

Zudem hatte im September der Arbeitsmarkt Anzeichen von Schwäche gezeigt. Es waren deutlich weniger Jobs als erwartet geschaffen worden. Zinsanhebungen wirken konjunkturdämpfend. Nach diesen neuesten Daten scheint immerhin fürs Erste der Renditeanstieg bei Anleihen gestoppt.

Verschnaufpause

„Für Anleger sind die Septemberdaten positiv, getreu dem Motto: ’Bad news are good news’“, sagt Johannes Mayr, Chefvolkswirt beim deutschen Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. „Die Daten geben vor allem den Anleihemärkten eine Verschnaufpause. Und davon profitieren kurzfristig auch die Aktienmärkte.“ In der Tat schloss der Nasdaq am Freitag auf einem Rekordhoch.

Für US-Aktien sind höhere Renditen in mehrfacher Hinsicht negativ. Denn neue Staatspapiere mit Renditen von mehr als fünf Prozent werden zu einer stärkeren Alternative zu Aktien. Zugleich steigen die Finanzierungskosten. Kredite, Anleihen, Investitionen und Übernahmen werden für Unternehmen teurer. Zusätzlich können hohe Zinsen den Konsum bremsen und Hypotheken sowie Kredite werden teurer, was die Nachfrage belastet. Lediglich Finanzwerte können teilweise von höheren Zinsmargen profitieren. Dieser Effekt fällt jedoch schwächer aus, falls die Kreditnachfrage zurückgeht.

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Unterm Strich ergibt sich für den Dow Jones auf Monatssicht erstmals nach fünf Anstiegen wieder ein Verlust, und zwar in Höhe von 4,9 Prozent. Zudem verzeichnete der US-Leitindex im dritten Quartal ein Minus von fast 3 Prozent – nach einem Plus von fast 13 Prozent im zweiten Jahresviertel.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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