Coca-Cola-Sprecher: „Eine Zuckersteuer wäre ein Inflationsturbo“

Wirtschaft

Die Getränkeindustrie steht zwischen Preisdruck, neuen Gesetzen und veränderten Konsumgewohnheiten. Coca-Cola-Sprecher Philipp Bodzenta erzählt, wie der Konzern damit umgeht.

KURIER: Coca-Cola produziert in Österreich. Wie wichtig ist die lokale Produktion?

Philipp Bodzenta: Das ist enorm bedeutend für uns. Bei uns ist die ganz intensive Auseinandersetzung mit dem lokalen Standort und der Wertschöpfung nie verloren gegangen. In Österreich hat unser Abfüllpartner Coca-Cola HBC ein sehr großes Werk. Die Produktionsstätte liegt in Edelstal an der nordburgenländischen Grenze zu Niederösterreich. Nach dem Erwerb der Römerquelle wurde entschieden, die gesamte Produktion dort zu bündeln. Der Standort hat sich seit 2013 gut entwickelt, neben der Produktion wurde auch die Logistik ausgebaut, infrastrukturell ist es ebenfalls gut vernetzt. Coca-Cola HBC ist dort einer der größten Arbeitgeber.

Wie viel wurde in den Standort Edelstal investiert?

Das waren in den letzten zehn Jahren über 150 Millionen. Erst vor drei Jahren haben wir dort noch eine ganz moderne, tolle Glas-Mehrweg-Anlage hingestellt, weil es großes Interesse an diesen Produkten gibt. Wir haben mittlerweile fast 20 Prozent Mehrweganteil. In der Gastronomie sind diese Flaschen Standard, aber wir haben sie nun verstärkt im Einzelhandel im Angebot. Entscheidend ist für uns an jedem Standort immer die Konsumentennachfrage.

Was macht Österreich als Standort attraktiv?

Wir sind sehr zufrieden mit der Stabilität, die das Land bietet. Wenn ich noch einmal das Mehrweg-Glas hernehme. Das ist etwas, das seitens Österreich unterstützt wurde. Da wurde zwischen der Politik und uns Hand in Hand gearbeitet. Und wir haben auch Förderungen bekommen. Natürlich ist auch am österreichischen Standort immer noch Luft nach oben, aber wir sind froh, dass wir trotz all der Schwierigkeiten, die das Land gehabt hat, in einem einigermaßen stabilen, planbaren Umfeld agieren können.

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Anfang 2025 kam das Einwegpfandsystem in Österreich. Wie geht es Coca-Cola damit?

Dass die Sammelquote steigen soll, macht gerade bei unseren Verpackungen im Handel, wo wir einen hohen Anteil an PET und Dosen haben, sehr viel Sinn. Unsere Verpackungen sind nicht Müll, sondern Wertstoffe, die man fantastisch recyceln und wiederverwenden kann. Österreich hatte dabei eine Vorreiterrolle. Schon vor über 20 Jahren wurde im Burgenland die sogenannte Pet-to-Pet-Recyclingfabrik entwickelt, wo man aus dem gesammelten Material wieder neues Rohmaterial macht. Das bringt auch viel, wenn etwa die Ölpreise nach oben gehen, weil man dann aus dem gesammelten Plastik neue Flaschen machen kann. Das Gleiche gilt für Dosen. Dass wir die Sammelquote jetzt von 70 auf 90 Prozent steigern, schafft für uns als Industrie gute Voraussetzungen für ein stabiles Wachstum.

Andere Hersteller kritisieren die zusätzliche Bürokratie und dass es kein einheitliches europäisches Pfandsystem gibt.

Im Bereich des Pfandsystems macht eine europaweite Lösung keinen Sinn. Allein bei den Pfandsätzen gibt es zu unterschiedliche Entwicklungen in den Ländern. In Österreich hat man sich dabei an Deutschland orientiert. Andere Nachbarländer haben deutlich niedrigere Pfandsätze, mit denen wir hierzulande nicht diese Sammelquoten erzielt hätten. Die Bürokratie war nur in der Erstumstellung ein Thema.

Wegen der Entwicklungen in Deutschland wird auch hierzulande über eine Zuckersteuer diskutiert. Was sagen Sie dazu?

Ich halte das für einen wirklichen Unsinn, weil damit keines der Probleme angegangen wird, das vermeintlich gelöst werden soll. Die Steuer hätte überhaupt …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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