
Ioana soll die Unterhose verkehrt herum anziehen – und auch die Socken. Ihre Mutter erachtet das als notwendig. Denn diese Maßnahme ist ihr Geheimrezept gegen Verwünschungen und Blasphemie.
Aberglaube
Die junge Frau muss sich in „Gib mir alles“, dem Debütroman von Alexandra-Maria Pipos, mit vielem auseinandersetzen: Glauben, Aberglauben, Verrat, Familie und Freundschaft. Ihre Eltern sind während der Schreckensherrschaft Ceaușescus aus Rumänien nach Deutschland geflohen. Hier ist Ioana groß geworden. Sie arbeitet bei einem Consulter, will Karriere machen. Doch es läuft nicht alles reibungslos. Sie und ihre Eltern sind nie ganz in Deutschland angekommen. All das bricht auf, als sie zum Begräbnis ihres Großvaters nach Rumänien fährt
Wie schwierig der Spagat zwischen zwei Welten sein kann, macht Pipos nachvollziehbar. Sie erzählt von einer Generation, die zwischen der alten Heimat und dem neuen Zuhause feststeckt, und der Frage, was von Herkunft und Prägung bleibt. Sie selbst ist in Rumänien geboren und in Deutschland aufgewachsen. Weniger leicht erschließt sich die Entscheidung, immer wieder Heilige auftreten zu lassen, die das Geschehen beobachten und auch kommentieren. Das gibt dem Debüt zwar eine eigenwillige Note, wirkt aber bemüht.
Source:: Kurier.at – Kultur



