Iran-Angriff? Die Golfstaaten stellen sich auf eine neue Eskalation ein

Politik

Nachdem am 28. Februar in den frühen Morgenstunden die erste US-Rakete in Teheran eingeschlagen war, dauerte es nur Stunden, bis das iranische Regime zurückschlug. Als Vergeltung für den Tod des Obersten Führers Ali Khamenei schickten die Mullahs Tausende von Raketen und Drohnen – nicht nur auf Israel, sondern auch in Richtung der mit den USA verbündeten Golfstaaten.

Öl- und Gasanlagen, Flughäfen und Kraftwerke in der Region wurden getroffen, Zivilisten getötet. Die Vereinigten Arabischen Emirate gerieten besonders ins Visier: Bis zur Waffenruhe im April richteten sich mehr als 3.000 Drohnen- und ballistische Raketenangriffe gegen die VAE, so das International Institute for Strategic Studies (IISS). Neben dem Image wiegt auch der wirtschaftliche Schaden schwer: Laut dem Internationalen Währungsfonds wird das Wirtschaftswachstum im Golf-Kooperationsrat (VAE, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Katar, Kuwait) in diesem Jahr um 5 Prozent einbrechen.

Die meisten Angriffe konnten zwar abgewehrt werden. Dennoch offenbarte der Krieg eine „unangenehme Wahrheit für die Golfstaaten“, wie das IISS in einem neuen Bericht schreibt: Ihre US-Waffenkäufe im Wert von Billionen Dollar haben sich im entscheidenden Moment nicht in Schutz durch die USA übersetzt, ihre Streitkräfte sind nicht ausreichend auf die neue Art von Abnutzungskrieg aus der Luft vorbereitet.

Milliarden investiert

Seitdem haben die Golfstaaten Milliarden Dollar in ihre Verteidigung gesteckt. „Wir sehen deutlich, dass die Golfstaaten eingekauft haben“, sagt IISS-Militäranalyst Sascha Bruchmann zur Tagesschau. Das Geld sei sowohl in US-Systeme geflossen – die Vereinigten Staaten bleiben trotz Vertrauenskrise wichtigster Partner. Aber auch mit anderen Ländern wurden Deals geschlossen: etwa mit der Ukraine über Drohnenabwehrtechnologie. Dazu kommen Verteidigungssysteme aus Südkorea oder Israel. Zudem wurden neue regionale Verteidigungsbündnisse ins Leben gerufen, etwa zwischen Saudi–Arabien, der Türkei und Pakistan.

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In der gesamten Region ist die Sorge groß vor einer neuen Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran – womöglich, so die Befürchtung, nur Tage nach den US–Midterms. Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty erklärte am Samstag auf einer Sicherheitskonferenz in Bahrain, er sei „äußerst besorgt“ über neue Feindseligkeiten. Die zweite Kriegsrunde werde „gefährlicher und zerstörerischer sein und wird zu nichts führen“. 

Aus dem Iran kommen entsprechende Drohungen: Der Oberste Führer Mojtaba Khamenei, von dem es außer schriftlichen Statements noch kein Lebenszeichen gibt, wies die Streitkräfte an, sich auf sofortige Vergeltungsmaßnahmen „ohne geografische Grenzen vorzubereiten“.

Die diplomatischen Beziehungen laufen unterdessen weiter, die Aussichten auf einen Durchbruch sind aber eher bescheiden. Aus Katar reisten am Freitag Unterhändler nach Teheran; iranische Beamte waren am Wochenende in Doha. Auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan reisten vergangene Woche nach Teheran.

Laut Anwar Gargash, hochrangiger VAE-Diplomat, sind die Standpunkte der USA und des Iran nach wie vor weit voneinander entfernt. Die Region sei daher „auf das Schlimmste vorbereitet“.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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