Filmkritik „Godzilla Minus Zero“: Flugshow mit Riesenechse

Kultur

Japans popkulturelle Antwort auf den Abwurf der Atombombe über Hiroshima und Nagasaki heißt Godzilla. Erstmals hob die schuppige Riesenechse 1954 in dem japanischen Antikriegsfilm „Godzilla“ ihr Haupt, aufgeweckt durch die Atom- und Wasserstoffbombentests der USA im Pazifik. Godzilla schickte seinen radioaktiven Atem als tödlichen Hitzestrahl über Tokio und wurde zum Symbol atomarer Zerstörung. Seitdem schrieb die „Godzilla“-Reihe in ihrem 70-jährigen Bestehen Franchise-Geschichte und wurde 2024 erstmals mit einem Oscar belohnt: „Godzilla Minus One“ von Takashi Yamazaki erhielt die Auszeichnung für beste visuelle Effekte. Ein Grund mehr für eine Fortsetzung. „Godzilla Minus Zero“ versteht sich als direkter Nachfolgefilm von „Godzilla Minus One“; einmal mehr beweist Takashi Yamazaki sein Händchen für spektakuläre Spezialeffekte und menschliches Drama.

Drache Ghidora

„Godzilla Minus Zero“ spielt 1949: Der Zweite Weltkrieg hat Japan auf das Jahr null zurückgeworfen. Durch das Auftauchen Godzillas wurde der Wiederaufbau gestoppt und das Land regelrecht ins Minus gesetzt. Nun naht eine weitere Katastrophe in Form einer Bestie namens Ghidora.

Schrille Geigen, als würden sie den „Walkürenritt“ ankündigen, begleiten das Auftauchen des Drachenmonsters. Brüllend bricht es durch den Asphalt und jagt mit seinem goldenen Energiestrahl hysterisch schreiende Menschenmengen vor sich her. Eine sensationelle Drachen-Flugshow jagt die andere und lässt ganze Häuser durch die Luft wirbeln. Die zuständige japanische Katastrophenschutzbehörde steckt nervös die Köpfe zusammen und sucht nach einer Gegenmaßnahme. Sie konsultiert die amerikanischen Besatzungsmächte, die sich in der Monsterbekämpfung wieder mal als lausige Verbündete erweisen.

Takashi Yamazaki stellt sein Godzilla-Sequel ganz in den Dienst japanischer Traumabewältigung, inklusive einer monströsen Rachefantasie gegen die Amis. Seine Helden – ein Ex-Kamikaze-Pilot, seine von Godzilla verwundete Frau und weitere opferbereite Mitstreiter – dürfen ihre zutiefst verletzten Gefühle mit melodramatischem Gestus ausagieren und in Tränen baden, ehe die Monster-Titanen wie zwei Felsengebirge zum gigantischen Zweikampf antreten.

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Fortsetzung natürlich nicht ausgeschlossen.

INFO: JPN 2026. 135 Min. Von Takashi Yamazaki. Mit Minami Hamabe, Jun Kunimura.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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