Maia rennt: Gal Gadot in „The Runner“ auf Amazon Prime Video

Kultur

1998 ließ Tom Tykwer in „Lola rennt“ Franka Potente drei Mal durch Berlin laufen. Der Film bekam durch sein strenges Konzept viel Aufmerksamkeit.

2026 lässt der britsche Regisseur Kevin Macdonald („One To One: John & Yoko“) „Wonder Woman“ Gal Gadot durch London laufen. Zwar nur ein Mal, aber ebenfalls in verzweifelter Mission: Die erfolgreiche Anwältin Maia Marten bringt ihren Sohn Noah zur Schule und startet dann ihre tägliche Lauftrainingsroutine. Sie bekommt einen Anruf von einem Unbekannten, der behauptet, Noah entführt zu haben. Als klar wird, dass es stimmt, bleibt Maia nichts übrig, als den erpresserischen Anweisungen nachzukommen. Der Mann fordert, dass Maia einen Kronzeugen vor dem entscheidenden Prozesstag abfängt und tötet. Dazu muss sie das Hotel, in dem dieser untergebracht ist, erreichen. Dies soll sie im Laufschritt tun, der Entführer verfolgt jeden ihrer Schritte. Es schwingt Kritik an der digitalen Überwachungsgesellschaft mit, die rund um die Uhr am Smartphone hängt.

„The Runner“ ist ein rastloser Hochglanz-Thriller mit schnellen Schnitten, oft wackeligen Bildern und Echtzeit-Feeling. Seine Prämissen wurden von der Kritik jedoch ziemlich verrissen. Besonders Peter Travers (Rolling Stone): „In diesem strunzdummen Entführungsdrama keucht und schnauft Gal Gadot, während sie versucht, einer idiotischen Handlung zu entkommen, die in 84 Minuten nirgendwohin führt.“

Na wo führt der Plot hin? Zum Showdown im Hotel, mit Wendungen. Es ist eben Popcorn-Kino. Man stelle sich vor, jeder Jason-Statham-Thriller würde für seine logische Konsistenz bewertet. Actionheldinnen stehen offenbar unter besonderer Beobachtung – nicht nur von Entführern.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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