Hoher Holzpreis macht der Zellstoffindustrie zu schaffen

Wirtschaft

Die Preise für Sägehackschnitzel sind heuer stark gestiegen. Ende 2025 kostete eine Tonne noch 115 bis 135 Euro. Im zweiten Quartal waren es bereits 155 Euro. Inzwischen liege der Preis bei mehr als 200 Euro, berichtet der Zellstoffhersteller Austrocel aus Hallein. Die dadurch entstehenden Mehrkosten seien eine massive Belastung. Das Problem sei der stark gestiegene Holzpreis. Verteuere sich das Holz um 10 Euro pro Tonne, bedeute dies 3,2 Millionen Euro zusätzliche Kosten pro Jahr.

Preise können nicht weitergegeben werden

„Wir verkaufen unsere Produkte auf internationalen Märkten. Regional stark steigende Rohstoffkosten können wir nicht einfach an unsere Kunden weitergeben“, sagt Austrocel-Geschäftsführer Wolfram Kalt. „Wenn sich die mitteleuropäischen Holzpreise dauerhaft vom internationalen Wettbewerbsniveau entkoppeln, wird aus einer Rohstofffrage eine Standortfrage.“

Der Preis für einen Festmeter Fichtenholz ist heuer schon auf mehr als 130 Euro geklettert und liegt derzeit bei etwa 123 Euro. Anfang 2025 waren es noch rund 110 Euro.

Internationale Nachfrage ist eingebrochen

Der hohe Preis sei der schwachen Baukonjunktur geschuldet, heißt es vom Fachverband Holzindustrie Österreich. „Die Schwäche im Hochbau hält an und eine echte Trendwende ist weiterhin nicht in Sicht. Hinzu kommen internationale Krisen, die für zusätzliche Unsicherheit sorgen, Lieferketten belasten und Kosten erhöhen“, sagt Markus Schmölzer, Obmann-Stellvertreter des Verbands. 2025 hätte sich das Exportgeschäft noch sehr positiv entwickelt. Mit der militärischen Eskalation am Persischen Golf sei die Nachfrage jedoch eingebrochen und die Frachtkosten seien massiv gestiegen.

Die Landwirtschaftskammer meldet, dass durch den verringerten Holzeinschnitt gerade Sägespäne und Industriehackgut teurer wurden. Darunter leiden neben der Zellstoffindustrie auch Pellets-Produzenten. Am Energieholzmarkt ist die Nachfrage wegen der bevorstehenden Heizsaison groß. Der Preis für Pellets ist heuer aufgrund des geringen Sägespäneangebots bereits um ein knappes Drittel gestiegen.

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Industrie und Energiebranche teilen sich Rohstoff

Kalt wittert hier ein Verteilungsproblem: „Wenn dieselben knappen Sägenebenprodukte für stoffliche Produkte, Pellets und andere energetische Anwendungen benötigt werden, muss die Politik verstehen, welche Mengen tatsächlich verfügbar sind und welche Auswirkungen Förderungen und Regulierung auf diese Rohstoffströme haben.“ Auf europäischer Ebene sei bereits erkannt worden, dass Biomasse zu einem zunehmend gefragten Gut wird.

Der Rohstoff Holz solle so effizient wie möglich genutzt werden, zuerst stofflich, dann energetisch. Durch die stoffliche Nutzung bleibe Kohlenstoff länger gespeichert. Kalt: „Österreich braucht eine intelligente Allokation seiner begrenzten Holzressourcen.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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