
Anfang der 2000er-Jahre war es, als die damalige Bundesregierung sowohl den heimischen Kapitalmarkt als auch die private Pensionsvorsorge unterstützen wollte. Die ins Leben gerufene „Zukunftsvorsorge“ wurde staatlich gefördert und war äußert beliebt. Zumindest in den ersten Jahren. Später erwies sich das Produkt aber als veritabler Flop, was konstruktionsbedingt die Renditen betraf und den Anlegern blieb nicht mehr als Enttäuschung.
Jetzt, 25 Jahre später, will es die aktuelle Regierung besser machen. Unter dem Namen „Zukunftsdepot“ plant sie wieder eine staatlich geförderte Maßnahme für Investitionen auf dem Kapitalmarkt. Allerdings wird die Konstruktion ganz anders aussehen. In Folge die wichtigsten Eckpunkte:
Bis 18 Jahre Das Depot richtet sich an Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahren bzw. deren Eltern. Eingezahlt werden kann ab der Geburt, Geld soll aus dem Depot aber erst ab dem 18. Geburtstag entnommen werden dürfen. Bis zur Volljährigkeit bleibt es steuerfrei, es fallen weder Kapitalertragssteuer (KESt) noch Kontoführungsgebühren an. Jährlich können bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden.
Förderung Auch beim Zukunftsdepot ist eine Förderung vorgesehen. Es soll mit einer Starthilfe von 500 Euro für Neugeborene ausgestattet werden. Dafür sind in den nächsten beiden Jahren je 40 Millionen Euro budgetiert. Finanziert werden soll diese aus dem Familienlastenausgleichsfonds. Die SPÖ schlägt vor, jedes neugeborene Kind erhält ein Bundesschatz-Konto – also österreichische Staatsanleihen – in Höhe von 500 Euro. Der Startbonus soll jedoch jederzeit in eine andere Anlageform übergeführt werden können.
Veranlagungen Das Depot soll allen Wertpapieren offenstehen ausgenommen hochriskanten Produkten wie etwa Derivaten. Eine Kapitalgarantie soll es nicht geben.
Start Der geplante Starttermin ist der 1. Jänner. Doch noch gibt es in der Koalition keine endgültige Einigung über Details. Daher kann sich die ÖVP die Einführung auch rückwirkend vorstellen.
Rendite Die Rendite ist natürlich von der individuellen Ausgestaltung abhängig. Bei einer angenommenen Rendite von sieben Prozent in einem Jahr über den Zeitraum von 18 Jahren – was ungefähr dem Durchschnitt der vergangenen Jahre bei einem Investment in einen globalen Aktienfonds entspricht – kommt man laut ÖVP mit 25 eingezahlten Euro im Monat auf 12.600 Euro – inklusive 1.800 Euro KESt-Ersparnis. Mit 50 Euro monatlich kommen Sparer auf 23.400 Euro (3.300 Euro KESt-Ersparnis), mit 100 Euro monatlich auf 45.000 (6.200 KESt-Ersparnis) und mit dem Maximum von 5.000 Euro jährlich auf 180.000 (24.750 KESt-Ersparnis).
Reaktionen
Kritik an der ÖVP-Idee übt die Opposition. Die Grünen kritisieren, dass das Geld für das Startguthaben aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) kommen soll. „Bezahlt wird mit Familiengeldern, am meisten profitieren jene, die ohnehin am meisten auf die Seite legen können.“
Der FPÖ-Budgetsprecher Arnold Schiefer bezeichnete den Ansatz als „grundsätzlich sinnvoll“, forderte aber eine steuerliche Entlastung aller Vorsorgeformen – also auch von Sparbüchern, Bausparverträgen oder anderen traditionellen Sparformen für die Familie oder sich selbst.
Für die Industriellenvereinigung (IV) ist der Bildungseffekt des Zukunftsdepots ebenso wichtig wie der Vorsorgeeffekt. Ein eigenes Depot macht für Kinder und Jugendliche sichtbar, wie Veranlagung, Zinseszins und Marktschwankungen funktionieren.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



