Kickls Büroleiter im Interview: „Die haben schon auf Panik-Modus geschalten“

Politik

Bei den gescheiterten Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP 2025 war Reinhard Teufel immer an der Seite von Herbert Kickl. Der niederösterreichische FPÖ-Klubobmann gilt als einer der engsten Vertrauten des blauen Bundesparteichefs.

KURIER: Herr Teufel, die AfD hat am vergangenen Sonntag bereits in einem zweiten deutschen Bundesland bei einer Wahl den ersten Platz erobert. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Reinhard Teufel: Es ist einfach der Tatsache geschuldet, dass in der deutschen Innenpolitik sehr, sehr viel schiefläuft. Das ist nicht ein Thema, das dort die Bevölkerung seit ein, zwei Jahren beschäftigt, sondern schon seit Jahrzehnten werden dort laufend Fehlentscheidungen getroffen. Ich möchte nur an die Politik von Angela Merkel erinnern, die bezüglich der Flüchtlingspolitik behauptet hat, wir schaffen das. Sie schaffen es bis zum heutigen Tag nicht. Dazu ist die deutsche Bundesregierung, gleichgültig ob sie von der CDU oder der SPD geführt wird, für die unsägliche Klimapolitik in der EU mitverantwortlich. Und natürlich ist es die Positionierung der deutschen Regierung im Ukraine-Russland-Konflikt. Das sorgt dafür, dass wir in Gesamteuropa, speziell auch in Österreich, massiv mit einem Wirtschaftseinbruch zu tun haben. Das führt dazu, dass die AfD immer stärker wird.

Es hat zuletzt geheißen, die AfD hat bei der FPÖ Anleihe genommen. Wird sich die FPÖ umgekehrt aus den Wahlkämpfen der AfD etwas aneignen?

So viel kann ich schon sagen: Wir führen unsere Wahlkämpfe so, wie wir sie in den vergangenen Jahren geführt haben. Es gibt da und dort natürlich Verbesserungspotenziale. Das wissen wir selbst. Aber ich glaube schon eher, dass wir in dieser Causa Vorbildfunktion für viele Parteien in Europa haben. Aber ja, die AfD hat in den vergangenen Jahren sicher vieles richtig gemacht.

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Ist jetzt die AfD eine Schwesterparty von der FPÖ oder nicht?

Wenn sie eine Schwesterpartei wäre, dann bräuchte es Mutter und Vater, und die haben wir nicht. Nein, die AfD ist eine eigenständige politische Bewegung in der Bundesrepublik. Natürlich gibt es in den einen oder anderen inhaltlichen Bereichen Überschneidungen, aber wir sind selbstständige, unabhängige Parteien.

Ein Thema, das in diesem Zusammenhang diskutiert wurde, ist die Frage, wie rechtsextrem die AfD ist. Bezüglich der FPÖ läuft diese Debatte in Österreich auf die Frage hinaus, wie es mit den Verbindungen zwischen der FPÖ und den Identitären aussieht. Ihre Neos-Landtagskollegin Indra Collini hat Sie deshalb bereits zum Rücktritt aufgefordert. Was sagen Sie dazu?

Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Freiheitliche Partei in den Umfragen auf Bundesebene entsprechend weit voran liegt. Die FPÖ ist inhaltlich und organisationstechnisch nicht mehr zu stoppen. Das Einzige, was den politischen Mitbewerbern noch als Option erscheint, ist, die FPÖ zu diskreditieren. Das sehen wir seit einigen Monaten, speziell im Hinblick auf die Identitären. Die sind eine NGO von rechts und meines Wissens nach auch nicht verboten. Da frage ich mich immer, was diese Debatte soll. Es geht nur um das Diskreditieren der FPÖ und deren Funktionsträger. Und da macht der politische Mitbewerber inklusive der Systemmedien fest mit.

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Source:: Kurier.at – Politik

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