
Der UNO-Sicherheitsrat hat sich deutlich gegen die Angriffe der Houthi-Miliz im Jemen auf Saudi-Arabien positioniert. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen verurteile das Vorgehen einstimmig „auf das Schärfste“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der 15 Staaten, die der französische UNO-Botschafter Jérôme Bonnafont am Freitag in New York vortrug. Bei den Angriffen seien auch Zivilisten verletzt worden.
Im Jemen ist der seit mehr als zehn Jahren andauernde Bürgerkrieg seit einigen Wochen neu aufgeflammt. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen nahmen dabei innerhalb kurzer Zeit weitere große Gebiete an der Westküste zum Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab ein. Seitdem liefern sich Regierungstruppen und verbündete Milizen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, wieder schwere Gefechten in mehreren Landesteilen. Auch Saudi-Arabien gerät wieder unter Beschuss durch die Houthi.
Unterdessen wehrte Saudi-Arabien nach Militärangaben einen neuen Angriff der Houthi auf die Hauptstadt Riad ab. Zwei Drohnen seien von der Luftabwehr abgefangen und zerstört worden. Das teilte Turki al-Maliki mit, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Houthi-Miliz kämpft. Auf der Plattform X schrieb er weiter, die Luftverteidigung habe zudem eine ballistische Rakete der Huthi abgefangen, die auf die Stadt Khamis Mushait im Südwesten des Landes zielte.
Der Sprecher machte keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten. Seine Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zuvor hatte es in verschiedenen Regionen Saudi-Arabiens kurzzeitig amtliche Gefahrenmeldungen gegeben, unter anderem für die Städte Abha und Khamis Mushait.
Attacke auf das Machtzentrum des Königreichs
Der Angriff auf die Hauptstadt Riad dürfte auch symbolische Bedeutung haben: Die mit dem Iran verbündete schiitische Miliz signalisiert damit erneut, dass sie auch das Machtzentrum des sunnitischen Königreichs attackieren kann. Riad liegt Luftlinie rund 850 Kilometer von der Grenze zu den Houthi-Gebieten im westlichen Jemen entfernt.
Erst am Donnerstag hatte das Militär nach eigenen Angaben sechs ballistische Raketen der Houthi abgefangen. Vor rund zehn Tagen hatte das saudische Militärbündnis auch einen Drohnenangriff der Houthi auf die für Muslime heilige Stadt Mekka gemeldet. Ein Houthi-Vertreter wies diesen Vorwurf zurück.
Die Miliz beschießt im Zuge der Eskalation des Jemen-Kriegs wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Das Königreich ist mit der international anerkannten Regierung im Jemen verbündet und bombardiert immer wieder Ziele der schiitischen Miliz. Zuletzt setzten Houthi-Angriffe auf Ölanlagen und eine wichtige saudische Pipeline die Regierung in Riad zunehmend unter Druck. Zudem wollen die Houthi die Durchfahrt saudischer Öltanker durch die Meerenge Bab al-Mandab verhindern, um dem ölreichen Golf-Staat Exporte nach Asien zu erschweren.
Source:: Kurier.at – Politik



