
ORF-Finanzdirektorin Eva Schindlauer verlässt das öffentlich-rechtliche Medienhaus mit Jahresende. Die 44-Jährige wechselt nach über 17 Jahren und verschiedenen Funktionen im ORF zum Österreichischen Verkehrsbüro. Für die Tourismusgruppe wird sie in der neu geschaffenen Position des Chief Financial Officer (CFO) und als Vorstandsmitglied tätig sein. Auf Schindlauer folgt als ORF-Finanzdirektorin ab 2027 bekanntlich Silvia Lieb unter dem künftigen ORF-Chef Clemens Pig.
„Die vergangenen fünf Jahre waren die herausforderndsten, aber auch erfüllendsten meiner beruflichen Laufbahn“, hielt Schindlauer gegenüber der APA fest. Sie übergebe die Direktion „in mehr als herausfordernden Zeiten für das Unternehmen mit einem stabilen finanziellen Fundament“, so die Finanzexpertin, die sich bei ihrem Team für die „gemeinsame Kraftanstrengung“ bedankte und auf vier positive ORF-Jahresabschlüsse in Folge zurückblickt.
Turbulent, aber finanziell stabil
Schindlauer musste als kaufmännische Direktorin in den vergangenen Jahren den ORF als Unternehmen mit knapp über einer Milliarde Umsatz in turbulenten Gewässern finanziell stabil halten. Neben Sparpaketen und sinkenden Werbeeinnahmen hatte das Medienhaus auch die Umstellung der Finanzierung von einer gerätegekoppelten ORF-Gebühr (GIS-Gebühr) hin zum gegenwärtigen ORF-Beitrag in Form einer Haushaltsabgabe zu managen. Schindlauer übernahm dabei eine maßgebliche Rolle. „Mit dem ORF-Beitrag haben wir eine nachhaltige Finanzierungsbasis geschaffen, die hoffentlich weit über meine Amtszeit hinaus wirkt“, so Schindlauer.
Die FPÖ fordert schon länger die Abschaffung des ORF-Beitrags und will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus dem Bundesbudget finanzieren. Zuletzt führte auch die ÖVP das als Möglichkeit an. Kritiker dieser Überlegung warnen, dass dadurch die Abhängigkeit des ORF vom Gesetzgeber erhöht werden könnte.
Thurnher: „Höchste Kompetenz“
„Eva Schindlauer hat den ORF als kaufmännische Direktorin mit höchster Kompetenz und ruhiger Hand durch wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten gesteuert“, hielt ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher fest. Sie bedankte sich im Namen der ORF-Geschäftsführung für die „hervorragende Arbeit“ und wünschte ihr alles Gute für die neue Aufgabe.
Vor ihrer mit 2022 startenden Tätigkeit als ORF-Finanzdirektorin war Schindlauer kaufmännische Geschäftsführerin von ORF III. Damals hatte sie dafür zu sorgen, die knapp bemessenen Mittel des Spartenkanals bestmöglich ins Programm fließen zu lassen. Auch als Prokuristin und kaufmännische Leiterin der ORF Marketing Creation GmbH & Co KG sowie der ORF-Kontakt Kundenservice GmbH & Co KG war sie seit ihrem Einstieg in den ORF im Jahr 2009 tätig. Davor betätigte sie sich beim Biotechnologie- und Pharmakonzern Novartis in Wien und Basel.
Ruefa, Austropa, Eurotours
Beim Österreichischen Verkehrsbüro steigt Schindlauer nun in einen Tourismuskonzern ein, der nach einem Minus in Höhe von rund fünf Mio. Euro im Jahr 2024 im Vorjahr wieder einen Gewinn in Höhe von knapp über einer Mio. Euro verbuchen konnte – bei einem Umsatz von ca. 14,5 Mio. Euro. Zum Verkehrsbüro gehören unter anderem die Ruefa-Reisebüros und die Kongress- und Event-Organisation Austropa. Weiters zählt Eurotours als Reiseveranstalter – unter anderem für Hofer-Reisen – zu dem Tourismuskonzern. Das Unternehmen hält auch 67 Prozent an Intertravel, einem Reisebüro und Reiseveranstalter, und eine Beteiligung in Höhe von 50 Prozent an der DDSG Blue Danube Schifffahrt.
„Mit Eva Schindlauer gewinnen wir eine Führungspersönlichkeit, die fundierte Finanzexpertise mit langjähriger Erfahrung in der Gestaltung von Transformationsprozessen verbindet“, freute sich Alexander Wolfgring, Aufsichtsratsvorsitzender der Österreichischen Verkehrsbüro AG, in einer Aussendung. Gemeinsam mit Vorstandsvorsitzendem Martin Winkler und …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



