Austrian Cloud Atlas will heimische Rechenzentren sichtbar machen

Wirtschaft

Über digitale Souveränität  wird viel gesprochen. Tatsächlich konnten die großen US-Anbieter ihre Marktanteile in den vergangenen Jahren in Europa aber auf weit über 70 Prozent steigern. Eine Initiative der Wirtschaftskammer und des Verbands der österreichischen Software-Innovationen (VÖSI) will österreichische Cloud- und Rechenzentrumsangebote mehr Sichtbarkeit verschaffen. 

Der Austrian Cloud Atlas soll einen strukturierten Überblick über heimische Anbieter von Cloud-Diensten, Rechenzentren und digitaler Infrastruktur geben. Die Karte solle für Transparenz sorgen und Angebote auch vergleichbar machen, sagte der Geschäftsführer des Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der WKÖ,  Martin Puaschitz.

Ziel: Autarkie

Ziel sei es, die digitale Handlungsfähigkeit heimischer Unternehmen zu erhöhen und sie unabhängiger von den Angeboten großer internationaler Anbieter zu machen, sagte VÖSI-Obmann Peter Lieber. Die sogenannten Hyperscaler würden ihre Kunden häufig an ihre Plattformen binden. Habe man seine Systeme einmal darauf optimiert, komme man nicht mehr weg. Steigen die Preise plötzlich sprunghaft, gebe es auch keine Alternativen. „Die Frage ist, ob ich in der Lage bin, von heute auf morgen von einem Anbieter zum anderen zu wechseln“, sagte Lieber. 

Was Preis und Leistung angehe, könnten sich heimische Firmen durchaus mit den großen Hyperscalern messen, sagte Georg Chytil vom Cloud-Anbieter next layer. Er erwarte sich, dass Unternehmen, die im Ausland bei den großen Anbietern einkaufen, sehen, dass es auch österreichische Firmen gibt, die solche Services anbieten.

Mittelfristig könne die Karte auch zu einer Art Gütesiegel, ähnlich wie in der Landwirtschaft, werden,  meint der IT-Unternehmer. In einer weiteren Ausbaustufe soll sie auch zeigen, welche Anwendungen in welchen Rechenzentren von welchen heimischen Anbietern unterstützt werden.

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Standortfrage

IT-Politik sei eine Standortfrage, betonte UBIT-Sprecher Puaschitz. Die Branche habe bei der Wertschöpfung bereits die Energiebranche übertroffen, die Wertschöpfung sei etwa auch doppelt so hoch wie in der Baubranche. Auch der Staat müsse sich überlegen, woher er IT-Dienstleistungen beziehe. 

Die Branchenvertreter mahnten auch einen gemeinsamen strategischen Rahmen für den Ausbau der digitalen Infrastruktur ein. Notwendig sei  eine nationale Rechenzentrumsstrategie statt „Bürgermeisterentscheidungen“, hieß es. Auch Energieversorger müssten in diese Diskussion stärker einbezogen werden. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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