Dürrefolgen: Diese Lebensmittel aus Österreich könnten knapp werden

Wirtschaft

Die heurige Dürre bedeutet nicht nur finanzielle Einbußen bei den heimischen Bauern. Auch die Versorgung mit österreichischen Lebensmitteln könnte in Folge stellenweise knapp werden. Denn die aktuelle Herbsternte läuft „deutlich schlechter als erwartet“, beklagt Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger. So hätten die Landwirte mit „massiven Einbußen“ zwischen 50 und 70 Prozent zu kämpfen.

Besonders dramatisch ist die Situation bei den heimischen Erdäpfeln: In normalen Jahren werden in wichtigen Anbauregionen durchschnittlich 30 Tonnen Erdäpfel pro Hektar geerntet. Heuer waren es wegen der Trockenheit nur rund zehn Tonnen.

Verschärft wird das Problem durch den Drahtwurm, der die Knollen befällt. Rund drei Tonnen pro Hektar würden dadurch vernichtet, sagt Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Mit einem entsprechenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hätte ein Teil davon gerettet werden können. Diese sind aber in Österreich nur eingeschränkt erlaubt.

Gleichzeitig bauten viele Bauern heuer weniger Erdäpfel an. Grund war die starke Ernte 2025, die für ein großes Angebot und niedrige Erzeugerpreise gesorgt hatte. „Wenn ein Bauer für seine Kartoffeln nicht einmal seinen Aufwand ersetzt bekommt, dann macht er im nächsten Jahr eben etwas anderes“, so Moosbrugger.

Ägyptische Erdäpfel im heimischen Wirtshaus

Die Folgen werden auch für Konsumenten spürbar: „Wir werden wahrscheinlich bis Februar die Konsumenten im Lebensmittelhandel noch versorgen können. Das ganze Jahr über glauben wir eher nicht“, sagte AMA-Marketing-Chefin Christina Mutenthaler-Sipek. Noch sei die Ernte nicht abgeschlossen und die Erträge würden stark schwanken. Vor allem die Gastronomie dürfte deshalb stärker auf importierte Erdäpfel – etwa aus Ägypten – angewiesen sein.

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„Wir werden sehen, wie sich die Importe im Frühling dann auf die Preise auswirken“, so Strasser. Moosbrugger kritisiert, dass österreichische Bauern strengere Produktionsauflagen erfüllen müssten als Produzenten in anderen Ländern. „Die importierte Ware kann dementsprechend günstiger produziert werden und haut uns im Inland den Preis zusammen.“

Massive Einbußen gibt es auch bei der Zuckerrübe. Die Landwirtschaftskammer erwartet heuer gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang der Rübenmenge um bis zu 52 Prozent. Das liegt neben der Dürre auch an der Schließung der Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Frühling 2025, durch die sich die mit den Bauern vertraglich vereinbarte Anbaufläche bereits halbiert hatte. Die gesamte heimische Rübenernte wird mittlerweile in der Agrana-Fabrik in Tulln verarbeitet. Ziel sei es, sowohl die Produktion als auch die Verarbeitung in Österreich abzusichern, sagt Strasser.

Auch hier sorgen Pflanzenschutzregeln für Kritik. „Uns fehlen die Stoffe, um den Rüsselkäfer in den Griff zu bekommen“, sagt Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. Gleichzeitig werde bei importiertem Zucker kaum darauf geachtet, unter welchen Bedingungen er produziert wurde.

Auch Rindfleisch wird in Zukunft knapper

Auch bei Fleisch könnte die Dürre zeitversetzt Folgen haben. Derzeit gibt es viel Rindfleisch auf dem Markt, weil zahlreiche Tiere – etwa wegen hoher Futterkosten – vorzeitig geschlachtet wurden. Das drückt die Preise. Die nun geschlachteten Rinder fehlen allerdings künftig. In Folge wird das Angebot in den kommenden Monaten zurückgehen. Die Preise könnten dann merklich steigen.

Während manche Lebensmittel in Zukunft knapp werden könnten, produzieren die heimischen Bauern in anderen Bereichen viele Lebensmittel für den Export. „Die heimische Land- und Forstwirtschaft ist stark exportorientiert“, sagt Strasser. Vor allem im Bereich der Milchwirtschaft wächst der Außenhandel: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Exporte um …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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