Rotes Kreuz zur Lage im Iran: „Gibt keine militärische Lösung im Konflikt“

Politik

Die Unsicherheit in der Bevölkerung sei enorm, sagt die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Viele Menschen wüssten nicht, „wann und ob es wieder losgeht“. Diese endlose Unsicherheit beeinflusse Entscheidungen im Alltag, etwa ob Eltern ihre Kinder wieder in die Schule schicken. In der ZiB2 war dazu Mirjana Spoljaric Egger, Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), zu Gast.

Für viele Menschen sei nicht die humanitäre Krise das Dringlichste, sondern die Frage, „wann wird es endlich vorbei sein“. Es gehe um Sicherheit, darum zu wissen, „wie der Monat ausgeht“ und ob „es gut wird“. Diese Sicherheit fehle derzeit.

Gespräche in Teheran

Spoljaric war zuletzt im Iran und führte dort Gespräche mit Regierungsvertretern. „Ich habe den Außenminister getroffen, ich habe hohe Vertreter des Militärs getroffen und den Präsidenten vom Roten Halbmond.“ Die iranische Führung habe sich aus ihrer Sicht vorbereitet gezeigt. Ihr sei „mit Bestimmtheit und mit den entsprechenden Argumenten“ signalisiert worden, dass man auf jede Eventualität vorbereitet sei.

Gleichzeitig warnt sie vor den Dimensionen einer möglichen Eskalation. Bei einer Bevölkerung von rund 90 Millionen Menschen könne das IKRK nicht im selben Ausmaß helfen wie in kleineren Ländern. „Gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur hätten unvorstellbare humanitäre Konsequenzen in Iran, aber auch in den Nachbarstaaten Irans.“

Keine militärische Lösung

Zu Aussagen aus den USA, der Krieg sei vorbei, sagt Spoljaric: „Ich hoffe, dass der Krieg vorbei ist. Für uns ist er noch nicht vorbei.“ Sicherheit gebe es erst dann, „wenn wir die Sicherheit haben, dass ein Abkommen abgeschlossen wurde“. Bis dahin werde man auf Deeskalation drängen, denn „Deeskalation heute der einzige Weg ist, wie wir den Schutz der Zivilbevölkerung sicherstellen können“. Klar sei für sie: „Es gibt aus meiner Sicht keine militärische Lösung in diesem Konflikt, wird es nicht geben.“

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Scharfe Kritik übt sie an entmenschlichender Rhetorik. Diese mache Verbrechen wahrscheinlicher und untergrabe das humanitäre Völkerrecht. Dessen Verrohung sei „eine der größten Sicherheitsgefahren für die Bevölkerung“.

Neutralität und Gespräche

Zum Treffen mit Hamas-Vertretern betont Spoljaric: „Wir sind nicht neutral, was die Verbrechen betrifft.“ Das Rote Kreuz spreche Verstöße klar an: „Das ist widerrechtlich.“ Gespräche seien dennoch notwendig. „Kriege werden letztlich nur über Verhandlungen mit denen beendet, die die Kriege führen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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