Felix Gall beim Giro: Zwischen Erwartungsdruck und Podest-Träumen

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Felix Gall kriegt gerade wieder den berühmten Fluch der guten Tat zu spüren. Jeder Erfolg, den der Osttiroler Radstar eingefahren hat, ließ die Erwartungen mehr und mehr in die Höhe schnellen. Und das geht inzwischen sogar schon so weit, dass eine Top-Ten-Platzierung bei einer Grand Tour bereits als selbstverständlich erachtet wird.

Starke Auftritte

Weit hat’s Felix Gall gebracht. Aber er selbst tickt ja genauso. Nach den Rängen 5 (Tour de France) und 8 (Vuelta) im letzten Jahr will und kann er sich jetzt beim Giro d’Italia nicht mehr mit solchen Resultaten zufriedengeben. 

Der 28-Jährige fühlt sich vor dem Start in seine siebente dreiwöchige Rundfahrt zu Höherem berufen. „Ich habe das Podest vor Augen“, sagt Gall vor dem Startschuss zum Giro am Freitag in Bulgarien.

Hektischer Beginn

Der Osttiroler hasst die Warterei, bevor es dann endlich losgeht. Die Tage vor dem Start einer Rundfahrt sind vollgepackt mit Terminen, es geht hektisch zu. 

„Du bist körperlich am Limit und zugleich angespannt, weil du halt keinen Fehler machen willst“, erklärt Gall. „Der Schlaf sollte passen, du sollst nicht krank werden, es ist vor dem Start fast so eine leichte Gereiztheit da.“

Felix Gall ist jedes Mal froh, wenn es dann endlich losgeht, wobei für ihn persönlich der Giro erst auf der vierten Etappe so richtig Fahrt aufnimmt. Dann übersiedelt der Tross von Bulgarien nach Italien, „an den ersten Tagen ist es immer hektisch, da geht es vor allem darum, ohne Sturz durchzukommen“.

Neuer Edelhelfer

Ein Landsmann soll das tunlichst verhindern und dafür Sorge tragen, dass Gall im Fahrerfeld in keine Probleme verwickelt wird: Gregor Mühlberger steht dem Osttiroler seit heuer zur Seite und wird gerade auf den Bergetappen eine wichtige Rolle spielen. „Er ist eine enorme Stütze für mich“, sagt Gall.

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Während Gregor Mühlberger seinen Kapitän nie aus den Augen verlieren soll, schielt Felix Gall immer in Richtung Jonas Vingegaard. Der zweifache Tour-de-France-Sieger aus Dänemark ist der Topfavorit beim Giro und der Mann, den es zu schlagen gilt.

 „Ich orientiere mich im Rennen an ihm und sollte immer wissen, wo im Feld er gerade umgeht“, erklärt Gall. „Wenn er eine Pinkelpause macht, dann ist es für mich das Zeichen, dass ich auch gehe.“

Große Herausforderung

Felix Gall ist überzeugt, dass er es beim Giro mit der Konkurrenz aufnehmen kann. Er fühlt sich nach drei Höhentrainingslagern so stark wie noch nie. Sein Respekt vor dem Giro ist trotzdem enorm. „Wenn mir wirklich was Sorgen bereitet, dann ist es kaltes, regnerisches Wetter. Das sind nicht meine Bedingungen.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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