
Noch 2026 will der ÖFB einen neuen Sportdirektor bestellen. Peter Schöttel war am Freitag von seinen Aufgaben entbunden worden. Am Montag gab Josef Pröll, der Aufsichtsratsvorsitzende des Fußball-Bundes, die Marschroute bei der Suche nach einem Nachfolger vor.
Ganz konkret wurde der frühere Vizekanzler nicht. Mit Verweis auf die „Persönlichkeitsstruktur“ sagte der Niederösterreicher: „Ich bin einer, der das Anforderungsprofil eher offener gestalten will.“ Der KURIER tut das nicht und verrät auch, was es dabei zu verdienen gibt: Schöttels Nachfolger kann mit einem Brutto-Jahresgehalt von 180.000 bis 220.000 Euro rechnen. Dafür gilt es aber auch einiges zu leisten. Wie das Anforderungsprofil aussehen könnte:
Führungskompetenz
Der ÖFB ist der größte Sportfachverband des Landes und die Direktion Sport ist mit großem Abstand seine größte Abteilung. 66 Mitarbeiter sind da aktuell beschäftigt – unterteilt in Sparten wie etwa Talentförderung, Trainerakademie, Nachwuchsnationalteams, Breitenfußball, Frauenfußball oder Wissenschaft & Analyse. Damit ist klar: Der Kopf der Abteilung sollte ein ordentliches Maß an Führungskompetenz vorweisen können. Dazu gehören Organisationsfähigkeit, das Delegieren von Aufgaben ebenso wie das Definieren klarer Abläufe. Und weil der Fußball auch niemanden kalt lässt: emotionale Intelligenz.
Kommunikationsfähigkeit
Der Punkt schließt nahtlos an den vorigen an und geht darüber hinaus: Der Sportdirektor muss ein starker Kommunikator sein. Nach innen, wo es an den vielen Schnittstellen auch jederzeit zu Konflikten kommen kann, wie nach außen. Er (oder sie) wird eines der gefragtesten Gesichter des ÖFB sein und muss den Verband auch jederzeit der Öffentlichkeit gegenüber vertreten können. Dabei reicht es nicht, oft in der Zeitung zu stehen. Man muss in Drucksituationen und sportlichen Krisen die richtigen Worte finden – und das oft vor laufender Kamera.
Ohne Englischkenntnisse geht es auch nicht, weil man als Sportdirektor über den Tellerrand blicken muss. In der Praxis heißt das regelmäßigen Austausch mit sportlich Verantwortlichen anderer Nationen bzw. FIFA und UEFA.
Sportkompetenz
Der inhaltliche Umfang dieses Jobs wird gerne unterschätzt. Fakt ist: Der Bereich, den der Sportdirektor letztlich zu verantworten hat, reicht vom A-Nationalteam bis zur U9-Mannschaft des SV Gmundner Milch und könnte breiter nicht sein. Er ist bei der Zusammensetzung von Ralf Rangnicks Betreuerstab ebenso maßgeblich involviert wie beim Thema Spieler-Entwicklung im Nachwuchs, wo es Entwicklungen und Trends zu beobachten gilt und er in Zusammenarbeit mit den Sportdirektoren der Landesverbände hinter der Erstellung von Konzepten und deren Umsetzung steht. Er ist gleichermaßen Stratege wie Bindeglied zwischen Breiten- und Spitzenfußball bei den Männern ebenso wie bei den Frauen, wo der ÖFB eine eigene Akademie in St. Pölten führt.
Trainerkompetenz
Gehört zum Sport und ist dennoch einen eigenen Punkt wert. Josef Pröll hat am Montag erklärt, dass die Frage nach der Notwendigkeit einer Trainerlizenz auf dem Posten des Sportdirektors noch nicht geklärt sei. „Ob wir uns an solchen Einzelheiten festmachen, wird zu diskutieren sein“, so der ÖFB-Boss. Fest steht, dass der Sportdirektor neben der Spieler-Entwicklung für die Spiel-Entwicklung ebenso verantwortlich ist wie für die Trainer-Entwicklung. Was heißt denn das jetzt?
Spiel-Entwicklung: Im Fußballspiel gibt es laufend Entwicklungen. Aktuell ist etwa das Knacken eines tiefen Abwehrblocks präsentes Thema. Der Sportdirektor muss gemeinsam mit dem Teamchef festlegen, wie das Nationalteam spielen soll, diese Idee im Verband verankern …read more
Source:: Kurier.at – Sport



