Fast zwei Drittel sorgen sich, dass ihr Geld im Alter nicht ausreicht

Wirtschaft

Der Pension blicken viele Österreicherinnen und Österreicher laut einer aktuellen Umfrage alles andere als sorglos entgegen. 62 Prozent befürchten, dass sie mit ihrem Geld im Alter nicht durchkommen werden. 50 Prozent gehen davon aus, in der Pension arbeiten zu müssen, so eine von der Bank99 in Auftrag gegebene Umfrage, für die 1.500 in Österreich lebende Personen zwischen 14 und 75 Jahren befragt wurden.

Mehr als vier von zehn Befragten verlassen sich weitgehend auf die staatliche Pension. 53 Prozent haben bereits Maßnahmen zur privaten Altersvorsorge getroffen. „Wir haben in Österreich einen demografischen Wandel, die Bevölkerung wird immer älter und immer weniger Personen sind im Erwerbsleben“, sagt Bernhard Hohenegger, Vorstand der Post-Tochter Bank99, zum KURIER: „Die Menschen spüren, das geht sich irgendwann nicht mehr aus.“

Bereits heute müssen sich 18 Prozent die Pension durch Arbeit aufbessern, 15 Prozent werden von der Familie oder Angehörigen unterstützt. Immerhin 69 Prozent der Befragten, die bereits im Ruhestand sind, gaben an, mit der Pension aktuell gut auszukommen. 

Im Schnitt legen die Österreicherinnen und Österreicher monatlich 288 Euro zurück. Spitzenreiter ist Vorarlberg mit 422 Euro. In Wien werden durchschnittlich 396 Euro pro Monat zur Seite gelegt. Schlusslicht ist Kärnten mit 177 Euro. 

ETFs zunehmend nachgefragt

Unter den beliebtesten Vorsorgeprodukten liegt laut der Umfrage die betriebliche  Pensionsvorsorge mit 38 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom Sparbuch mit 35 Prozent. An dritter Stelle kommen mit 29 Prozent bereits Wertpapiere, also Aktien, Fonds oder börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs. Wobei die Zahl bei Männern (37 Prozent) deutlich höher ist als bei Frauen (21 Prozent)

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Besonders nach ETFs gebe es eine starke Nachfrage, sagt Hohenegger. Günstige Gebühren, die breite Streuung und die Möglichkeit, mit Sparplänen schon mit geringen Beträgen einsteigen zu können, habe bewirkt, dass mehr am Kapitalmarkt investiert werde. Auch die Bank99 hat vor Kurzem ihr Angebot an Wertpapieren erweitert und bietet ein neues Depot-Produkt an, bei dem auch in börsengehandelte Fonds investiert werden kann.

Viele sind überfordert

Laut der Umfrage fühlt sich jeder Zweite von der Vielzahl an Anlageprodukten überfordert. „Viele haben Angst, bei der Veranlagung am Kapitalmarkt Fehler zu machen“, sagt Hohenegger. Das sei häufig auch ein Hindernis, überhaupt in Wertpapiere zu investieren. Österreich sei in internationalen Rankings   zwar unter den Spitzenreitern bei der Finanzbildung, Beratungsbedarf sei aber durchaus gegeben. 

Bankberater gesucht

Die Post-Tochter, die österreichweit 300.000 Kunden zählt, setzt auf  Beratungsleistungen über das Filialnetz der Muttergesellschaft. Das Angebot will man ausbauen. 50 Bankbetreuerinnen und Bankbetreuer werden in den nächsten Jahren gesucht, sagt Hohenegger. Man stelle den Kunden die notwendigen Informationen zu Anlageformen zur Verfügung und weise auf mögliche Risiken hin, klassische Anlageberatung biete man aber keine: „Anlageentscheidungen müssen die Kunden selber treffen.“

Hohenegger spricht sich dafür aus, steuerliche Anreize für Investitionen in Kapitalmarktprodukte zu setzen, etwa die Möglichkeit, bei langen Behaltefristen, eine vergünstigte Kapitalertragssteuer (KeSt) in Anspruch nehmen zu können. Es gebe zwar in einigen Bereichen, etwa bei der Lebensversicherung, Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Um starke Anreize zu setzen, sei das aber nicht genug.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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