Milliardenkredit für Benko-Imperium: Schweizer Behörde stellt schwere Verstöße fest

Wirtschaft

Die Schweizer Bankenaufsicht Finma hat ein vernichtendes Urteil über die Privatbank Julius Bär gefällt. In einem abgeschlossenen Enforcement-Verfahren, das bereits im Dezember 2024 eröffnet wurde, stellt die Behörde fest, dass das Institut „in schwerer Weise gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstoßen hat“ – und das zum wiederholten Mal. Im Zentrum steht ein Milliarden-Engagement bei der mittlerweile insolventen Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko.

Eine Milliarde in den Sand gesetzt

Ab September 2019 vergab Julius Bär insgesamt acht Kredite an Signa und ihren Gründer Benko. Das Volumen wuchs rasant: 2022 und 2023 überschritt es die Marke von einer Milliarde Schweizer Franken. Ende 2023 stand ein Engagement von 586 Millionen Franken in den Büchern – komplett abgeschrieben, zu 100 Prozent verloren.

Wie konnte es so weit kommen? Die Finma zeichnet das Bild einer Bank, die sehenden Auges ins Desaster steuerte. Julius Bär war „weder organisatorisch noch personell richtig aufgestellt für das neue Geschäftsfeld Private Debt, bei dem Kredite nicht durch klassische Sicherheiten, sondern durch nicht-börsennotierte Aktien besichert werden“. Es fehlten interne Regelwerke, Kontrollmechanismen und ausgebildetes Personal. Für eine reine Vermögensverwaltungsbank gehörte dieses Geschäft gar nicht zur Strategie.

Warnsignale ignoriert, Obergrenzen missachtet

Besonders brisant: Die Bank ignorierte angeblich „zahlreiche Warnsignale, die zu einer Risikoreduktion hätten führen müssen. Selbst auferlegte Obergrenzen pro Einzelschuldner sollen „kontinuierlich ignoriert“, regulatorische Vorgaben zur Meldung von Klumpenrisiken verletzt worden sein. Die Finma spricht von „diversen Interessenkonflikten und Fehlanreizen“: Mitarbeitende und externe Vermittler verdienten „Saläre bzw. Provisionen in Millionenhöhe“ an der Benko-Beziehung.

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Besonders pikant: Die Bank soll bei „undurchsichtigen Aktiengeschäften“ mit Signa-Titeln geholfen haben und brachte die Kundengruppe dazu, eine „Durchlauftransaktion“ über 60 Millionen Euro durchzuführen. Dadurch wies Julius Bär Ende 2022 eine Gesamtkredithöhe aus, „die nicht den wirtschaftlichen Realitäten entsprach“.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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