
Selten gibt es Rapid-Spiele, die so viele Reaktionen, Emotionen und neue Fragen hervorrufen, wie die Meldung vom folgenreichen Diebstahl in Venedig: Den „Ultras Rapid“ wurden zwei wichtige Fan-Banner gestohlen, in der Ultras-Logik eine Demütigung.
Die 1988 gegründete, größte und einflussreichste Fangruppe des Landes ließ bis Dienstag Nachmittag offen, „wie unser Weg in Zukunft aussehen wird“.
Dann war die Diskussion um eine Auflösung beendet, das Statement von der Fan-Page verschwunden.
Dem KURIER wurde bestätigt, dass nach dem Autoeinbruch ohne Fan-Hintergrund die „Fetzn“ (wohl mithilfe der Freunde aus Venedig) wieder in Besitz der Ultras gelangen.
Sonst hätte sich für den Verein und Ansprechpartner bei Fan-Themen einiges verändert.
Fragen und Antworten zum Eigenleben auf der größten Fantribüne Österreichs:
Wie steht es um die Hierarchie im Block West?
Während im Hanappi-Stadion die Fantribüne überschaubar groß war, wuchs der Block West im Allianz Stadion 2016 auf 7.000 Plätze, also fast die dreifache Kapazität, an. Das führte zu Spannungen.
Gleich geblieben ist bis heute dennoch, dass die Ultras das Zentrum des Blocks bilden und auch als Nr. 1 angesehen werden.
Sind die Ultras nicht gleichbedeutend mit dem Block West?
Nein, auch wenn das viele glauben und gerne auch medial kolportiert wird. Nicht immer, wenn etwas passiert, „waren das die Ultras“. So sind die Derby-Ausschreitungen im Februar, die den Verein schließlich rund eine Million kosteten, maßgeblich von „Lions“ und „Lords“ ausgegangen.
Diese beiden erlebnisorientierten Ultra-Gruppierungen stehen im Block rechts von den Ultras. Beim Großteil des Anhangs sind diese beiden Gruppen durch ihre Inszenierung als „Derbykrieger“ unten durch. Gegen viele von ihnen gelten aktuell Stadionverbote. Einige davon sind durch die Ausschreitungen in Hartberg, als im Frühjahr 2025 auch eine Klotür durch die Szenerie flog, begründet.
Wer ist noch auf der Fantribüne vertreten?
Auf der linken Blockseite positioniert sind die „Tornados“, die als zweitgrößte Gruppe im Block gelten. Aufgrund der Ereignisse wurde die für den Samstag im Block West geplante „30-Jahr-Feier“ der Tornados (zumindest vorerst) abgesagt.
Insgesamt ist eine zweistellige Zahl an Fanklubs direkt mit dem Block West verbunden, sie zählen sich zur „organisierten Fanszene“.
Tritt der Block West gegenüber Rapid und der Öffentlichkeit immer mit einheitlicher Meinung auf?
Nein, das wäre bei rund 7.000 Fans mit unterschiedlichsten Motivationen auch befremdlich. Seit der Ära von Ehrenpräsident Edlinger gilt, dass der Dialog nie aufhören darf.
Aber selbst bei den Ultras herrscht nicht immer Einigkeit.
Source:: Kurier.at – Sport



