US-Technologiebörse Nasdaq bricht um sechs Prozent ein

Wirtschaft

Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung bei Künstlicher Intelligenz (KI) hat am Donnerstag am US-Aktienmarkt zu einem Ausverkauf bei Technologiewerten geführt. Nach dem Wahlerfolg der Demokraten bei den Zwischenwahlen  brachen insbesondere die Papiere aus dem Umfeld der Chipbranche ein, die bis in die jüngste Vergangenheit als größte Profiteure des Hypes um KI gegolten hatten. 

Der Nasdaq 100 sackte um 6,0 Prozent  ab und steuerte damit auf einen seiner größten Tagesverluste in den vergangenen Jahren hin. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 2,5 Prozent  nach unten. Der  Dow Jones Industrial fiel um 1,5 Prozent. Am Mittwoch zeigten sich die Märkte noch stark im Plus.

Die europäischen Börsen drehten daraufhin ebenfalls ins Minus, der ATX lag bei minus 1,3 Prozent.  

 „Anleger befürchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten“, schrieb IG-Fachmann Salah-Eddine Bouhmidi. Diese politischen Risiken würden auf die ohnehin schwelende Unsicherheit treffen, wann sich die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz ausreichend auszahlen. „Verzögerungen beim Ausbau könnten die Geduld der Investoren zusätzlich strapazieren.“ Er sieht gerade das Muster „Raus aus Tech, rein in defensive Werte“.

Der Nasdaq-100-Index drohte am Donnerstag, satte 1,8 Billionen Dollar an Börsenwert zu verlieren. Grund dafür waren Befürchtungen der Anleger, dass der überwältigende Wahlsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen den Ausbau der KI-Infrastruktur bremsen könnte.

Aktien von Halbleiter- und sogenannten Neocloud-Unternehmen, die zuletzt einen Großteil der Kursgewinne am Markt getragen hatten, verzeichneten bereits den zweiten Tag in Folge deutliche Verluste. Die Sorge: Milliardenprojekte zum Bau neuer Rechenzentren könnten sich verzögern.

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Die Aktien von CoreWeave, die für Anleger zunehmend als Gradmesser für die Nervosität rund um die hohen KI-Investitionen gelten, brachen um 11,4 Prozent ein. Die fünfjährigen Credit-Default-Swaps (CDS) des Unternehmens weiteten sich laut Daten von S&P Global Market Intelligence auf einen Rekordwert aus. Auch Nebius, ein weiteres Neocloud-Unternehmen, verlor 15,2 Prozent.

Ebenso gerieten Chiphersteller massiv unter Druck. Der Philadelphia Semiconductor Index fiel um 10,2 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Monaten. Belastet wurde der Index insbesondere von den Kursverlusten der Schwergewichte Nvidia und Broadcom.

Die heftigen Verluste brachten auch den Nasdaq Composite an den Rand einer Korrektur. Darunter versteht man einen Rückgang von mindestens zehn Prozent gegenüber dem jüngsten Höchststand.

Anleger befürchten, dass die Kontrolle der Demokraten über den US-Kongress zu einer strengeren Überprüfung der Rechenzentrumsbranche führen könnte. Dies könnte den Ausbau der Anlagen bremsen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem der öffentliche Widerstand gegen neue Rechenzentren ohnehin zunimmt.

Schätzungen von UBS-Analysten zufolge könnten rund 30 Prozent der für 2028 erwarteten zusätzlichen Rechenzentrumskapazitäten durch mögliche Baustopps gefährdet sein. Das verdeutlicht die Risiken für eine Branche, deren Wachstum von einem raschen Ausbau neuer Anlagen abhängt.

Die politische Unsicherheit verstärkt den Druck auf den gesamten KI-Boom. Investoren stellen zunehmend infrage, ob die enormen Investitionen in die KI-Infrastruktur tatsächlich ausreichend hohe Erträge abwerfen werden.

„Der Markt bewegt sich weg von den Versprechen der KI und hin zu den Kosten der KI“, sagte Ted Parkhill, Gründer und CEO von Incline Investment Management. „Es steht außer Frage, dass KI die Welt langfristig grundlegend verändern wird. …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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