WorldSkills in Shanghai: Zehn Medaillen für Österreich

Wirtschaft

Als der KURIER das Team Austria vor mehreren Wochen fragte, worauf es sich am meisten freue, lautete die Antwort: auf das große Finale. Gestern Abend (Shanghai-Zeit) war es so weit. „You are all champions“, sagten die Moderatoren der spektakulären Closing Ceremony in der Mercedes-Benz Arena. Nach vier Tagen voller Konzentration, Schweiß und einigen Hürden hat das heimische Team die WorldSkills hinter sich gebracht und konnte seinen Erfolg auf der großen Bühne ausgiebig feiern – vor 15.000 Fans. Denn die Teilnehmer bringen zehn Medaillen zurück nach Österreich: viermal Silber, sechsmal Bronze – und zwanzig Medallions for Excellence.

„Jetzt wird gefeiert“

Vor der Abreise nach Shanghai meinte Vincent Track, dass er sich keinen Druck mache. „Was es wird, das wird‘s“, meinte er. Der Student vertritt Österreich erstmals in der Verfahrens- und Prozesstechnik und konnte sich auf vieles nur theoretisch vorbereiten. Das reichte wohl: Track ist Vizeweltmeister. Auch Benedikt Pritz sorgte für eine Premiere: Im erstmals ausgetragenen WorldSkills-Bewerb Schienenfahrzeugtechnik holt er Bronze. „Mein Arbeitskollege hat mir 100 Kinder Bueno (ein Schokoriegel, Anm.) versprochen, wenn ich aufs Podium komme. Jetzt freue ich mich auf die süße Nachspeise.“

Fliesenleger Andreas Landl gewinnt nicht nur Silber, sondern auch den „Best of Nation Award“: „Es ist einfach unglaublich, hier Vizeweltmeister zu werden. Ich habe so viele Monate und Jahre auf diesen Erfolg hingearbeitet. Jetzt wird gefeiert.“

Über 400 Österreicher waren laut Jürgen Kraft, Geschäftsführer von SkillsAustria, vor Ort. Bei der Siegerehrung waren sie kaum zu übersehen: Überall wehten rot-weiß-rote Fahnen. Vier Tage lang fieberten die heimischen Fans mit. Die Konkurrenz war heuer besonders hart. In der Nationenwertung belegt Österreich dennoch Rang sieben und ist hinter der Schweiz und Frankreich das dritterfolgreichste europäische Land.

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Europameister Jonas Danninger hatte schon am zweiten Bewerbstag mit Fieber zu kämpfen. Aufgeben wollte er dennoch nicht – und bringt nun ein Medallion for Excellence mit nach Hause. „Diese Auszeichnungen haben eine große Bedeutung“, erklärt Jürgen Kraft. Sie würdigen die „weit überdurchschnittlichen Leistungen eines Teilnehmers“ und werden an jene verliehen, die mindestens 700 Punkte erreichen. „Wir werden international nicht nur für die Edelmetalle beneidet, sondern auch für die vielen Medallions for Excellence.“ Wobei Kraft wieder betont: „Es geht um sehr viel mehr als um Medaillen.“

Internationaler Teamgeist

„Natürlich wollen wir Medaillen gewinnen. Dafür haben alle unglaublich viel investiert“, so der Teamchef Jürgen Kraft. „Aber diese Weltmeisterschaft inklusive der weitreichenden Vorbereitung verlangt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch etwas ab, das sie noch lange nach Shanghai brauchen werden.“ Etwa unter Druck Entscheidungen zu treffen, mit Fehlern umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. „Sie erleben hier, dass selbst die Besten der Welt an Grenzen stoßen – und dass es darauf ankommt, wie man danach weiterarbeitet.“

Was die WorldSkills jedoch auch ausmacht, ist der Teamgeist, der über Landesgrenzen hinausgeht. Auf der Bühne wird aufgeregt auf- und abgesprungen, gejubelt, Tränen werden weggewischt. Bronzegewinnerinnen aus Dänemark und Indonesien fallen sich weinend in die Arme. Österreichs Maler-Silbergewinner Luca Ladler zieht grinsend auf dem Podium alle Gewinner zu sich. „Das ist einfach eine verrückte Erfahrung für die jungen Leute – allein schon, hier mitzumachen“, sagt Bronzegewinner René Bitschnau.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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