Faktor Kühbauer: Wie der LASK-Trainer die Bundesliga auf den Kopf stellt

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Zwei Punkte Vorsprung, zwei Runden vor Schluss. Es ist angerichtet, der Meisterteller wird am Sonntag nach Linz gebracht, die Raiffeisen Arena ist ausverkauft. Die Rechnung ist einfach: Sofern der LASK gegen Salzburg mehr Punkte macht, als Sturm Graz bei Hartberg, sind die Linzer bereits nach der vorletzten Runde Meister – und nach dem Cuperfolg auch Double-Sieger, so wie 1965.

Der Erfolgslauf ist eindrucksvoll – und dahinter steht vor allem ein Mann: Dietmar „Didi“ Kühbauer. Der 55-jährige Burgenländer wurde von der Bundesliga zum Trainer des Jahres gewählt. Wie schon im Vorjahr, als er den WAC sensationell zum Cupsieg geführt hatte – und damit zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Wo Kühbauer draufsteht, ist Kühbauer drin: „Mich gibt es nur zu 100 Prozent.“

Schon als Spieler war der nur 1,73 Meter kleine Kühbauer ein Großer. Bei der Admira reifte er zum Führungsspieler, mit seiner Kampfstärke und Mentalität wurde er bei Rapid zum Publikumsliebling, mit seiner Technik und seinem guten Auge konnte er das Spiel auch bei Real Sociedad oder bei Wolfsburg lenken. 55 Mal spielte er für die Nationalmannschaft, mit dem Höhepunkt der WM-Teilnahme 1998 in Frankreich.

Einzig seine Emotionalität stand ihm manchmal im Weg. Legendär ist das Foto, in dem er Nase an Nase mit Austrias Andreas Ogris steht. Wenn sich Kühbauer ungerecht behandelt fühlt, lässt er es sich auch anmerken.

Kritiker widerlegt

Vielleicht war das der Grund, weshalb so mancher „Experte“ dem Burgenländer keine große Trainerkarriere zugetraut hat. Doch Kühbauer widerlegte seine Kritiker. Die Admira führte er auf Rang drei der Tabelle und in den Europacup. Mit St. Pölten lag er auf Rang zwei (das schaffte der SKN nie wieder), als der Herzensverein rief. Mit Rapid wurde er zwei Mal Vizemeister hinter Salzburg (danach waren die Wiener nie mehr in den Top-3). Mit dem LASK wurde er 2023 Dritter – und gefeuert. Mit dem Wolfsberger AC hatte er 2025 sogar bis zur letzten Spielminute Chancen auf den Meistertitel.

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Als Kühbauer im Oktober 2025 den WAC in Richtung LASK verließ, lagen die Kärntner auf Rang zwei, der LASK war Vorletzter. Ein halbes Jahr später sind die Linzer auf Titelkurs, der WAC war vor der vorletzten Runde in Abstiegsgefahr.

„Das ist bis jetzt der vielleicht beste Trainer, den ich je hatte. Er schaut auf mich“, sagt LASK-Stürmer Sasa Kalajdzic und erklärt: „Ihm ist es wichtig, dass es mir gut geht, nicht sein persönlicher Erfolg. Ich brauche jemanden, der mir ein bisschen in den Arsch tritt, aber auch jemanden, der mich versteht und auf meine Gesundheit schaut.“

Kühbauer polarisiert und verkörpert einen Trainertypen, den es nur noch selten gibt. „Während jüngere Trainer häufig aus dem Analysebereich kommen, oft ohne nennenswerte Erfahrung als Spieler, bringt Kühbauer eine Kombination aus Praxis und Intuition mit“, analysierte KURIER-Kolumnist Dominik Thalhammer. Auf dem Rasen war der Spieler Kühbauer aufbrausend, der Trainer ist es manchmal immer noch. Zu seinen Spielern ist er jedenfalls nahbar und empathisch.

Höchst selten kritisiert er sie öffentlich. Er stellt sich vor die Mannschaft, beschützt sie, nimmt so den Druck von den einzelnen Akteuren. Diese danken es ihm wiederum mit Loyalität und Leistung.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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