
Der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina Christian Schmidt wird einem Zeitungsbericht zufolge sein Amt zurücklegen. Die in Sarajevo ansässige Tageszeitung „Oslobodjenje“ berichtete am späten Sonntagabend unter Berufung auf Insider, der ehemalige deutsche Minister trete aus persönlichen Gründen zurück. Das Büro des Hohen Repräsentanten (OHR) war am Wochenende zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Schmidt halte sich derzeit in New York auf, wo er den Vereinten Nationen (UN) seinen Bericht über das EU-Beitrittskandidatenland vorlegen solle, hieß es in dem Bericht. Der CSU-Politiker übt das Amt als Sondergesandter seit fast fünf Jahren aus, sei Vorgänger war der Österreicher Valentin Inzko. Der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft ist für die Umsetzung des Dayton-Abkommens zuständig, mit dem vor drei Jahrzehnten der Bosnien-Krieg beendet wurde, und fungiert als oberster Ausleger der bosnischen Verfassung. Während seiner Amtszeit geriet Schmidt häufig mit den bosnischen Serben aneinander. Diese erkannten seine Ernennung nicht an, da sie nicht vom UN-Sicherheitsrat gebilligt worden war.
Das von den USA vermittelte Friedensabkommen von Dayton hatte 1995 den dreieinhalbjährigen Krieg beendet. Es teilte den Balkanstaat in die Republika Srpska und die bosniakisch-kroatische Föderation, die durch eine schwache Zentralregierung miteinander verbunden sind.
Source:: Kurier.at – Politik



