
Von außen betrachtet, führt die 30-jährige Mathilda (Carla Sehn, „Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht“) das perfekte Leben: Sie lebt in einer hübschen Wohnung in Stockholm, hat gerade einen neuen Job in einer Anwaltskanzlei angefangen und von ihrem Langzeit-Partner Johannes (Simon Reithner) einen Antrag bekommen. Doch wirklich genießen kann Mathilda das alles nicht. Denn insgeheim hat sie das Gefühl, immer noch ein Kind zu sein, das sich mit Blusen, Blazern und Handtaschen bloß verkleidet, um Erwachsene zu spielen.
Nudelsieb
Die schwedische Comedy-Serie „Endlich Erwachsen“ (zu sehen in der Arte-Mediathek) erzählt in acht Episoden von Mathildas Versuch, sich in der Welt der Großen zurechtzufinden. Das geschieht jedoch nicht immer ganz unfallfrei – zu abgelenkt ist sie von Alltagskatastrophen, Tagträumereien und dem leicht schrulligen Psychologen Nathan (David Dencik), zu dem sie sich auf seltsame Weise hingezogen fühlt. Wer schrägen skandinavischen Fremdscham-Humor mag, ist hier wirklich bestens aufgehoben: In der ersten Folge geht es unter anderem um einen verschluckten Verlobungsring und ein Nudelsieb.
„Vuxna människor“, wie die Serie im Original heißt, basiert auf dem gleichnamigen Film von 1999. Damals spielte Felix Herngren die Hauptrolle des desorientierten jungen Erwachsenen und führte selbst Regie. Später inszenierte er u. a. „Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. In der Serie ist er nun als Mathildas unbeholfener Chef Frank zu sehen, der ihr voller Freude vom „Freaky Friday“ an ihrem neuen Arbeitsplatz erzählt. Freitags geht da ziemlich die Post ab – da darf er sich nämlich eine „echt verrückte Krawatte umbinden“.
Source:: Kurier.at – Kultur



