Schumann für Bonus-Malus-System bei älteren Arbeitskräften

Politik

Angesichts multipler Herausforderungen wie dem demografischen Wandel hat Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) ihre neuen arbeitsmarktpolitischen Zielsetzungen erläutert. „Wir wollen nicht nur auf Veränderungen reagieren, wir wollen die Zukunft unseres Arbeitsmarkts aktiv gestalten“, erklärte Schumann bei einem Pressegespräch am Montag in Wien. Im Mittelpunkt steht vor allem die Förderung von Frauen, älteren Menschen sowie von Personen mit Fluchterfahrung.

„Unser Arbeitsmarkt verändert sich auch durch den demografischen Wandel“, sagte Schumann. Eine konkrete Folge sei laut einer Wifo-Studie eine Fachkräftelücke zwischen den Jahren 2024 und 2029 von rund 51.000 Arbeitskräften im mittleren Qualifikationssegment. Dies könne nur durch mehrere Maßnahmen geschlossen werden, betonte die Ministerin.

Großes Beschäftigungspotenzial bei Frauen

Ein „besonders großes, bisher noch nicht ausreichend genutztes Beschäftigungspotenzial“ sieht Schumann bei Frauen. Im vergangenen Jahr seien 81 Prozent der unselbstständig beschäftigten Männer in Vollzeit tätig gewesen, bei Frauen nur 46 Prozent, erklärte sie unter Berücksichtigung der „ungleichen Verteilung der Care-Arbeit“. Deshalb solle das Arbeitsmarktservice weiterhin zumindest vier Prozentpunkte mehr an Fördermittel für Frauen einsetzen, als ihrem Anteil an der Arbeitslosigkeit entspricht.

„Wir sind schon Schritte weitergegangen, aber wir stehen nicht dort, wo wir gerne hätten, dass wir stehen“, sagte AMS-Vorständin Petra Draxl bei dem gemeinsamen Pressegespräch zum Thema Kinderbetreuung. Bei den Frauen ist uns wichtig, sie weiterhin „gut zu erreichen“ und zu qualifizieren. Außerdem müssten mit dem steigenden Frauenpensionsalter Frauen erfolgreich im Arbeitsmarkt gehalten werden, vor allem ältere Frauen – „das werden wir verstärken müssen, da müssen wir nachdenken, was es noch braucht, um erfolgreich zu bleiben“, so Draxl.

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Auch neu zugewanderte Menschen, vor allem Frauen, sollen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden, etwa durch einen schnelleren Zugang dazu, sagte Schumann. Dabei müssten Draxl zufolge die „Schnittstellen“ etwa zu Ländern und Sozialhilfebehörden besser gestaltet werden. Wichtig sei es, Personen, die das Potenzial haben, in fachliche Ausbildungen zu bringen, betonte die AMS-Vorständin weiter.

Schumann für Bonus-Malus-System

Große Sorgen bereitet Schumann die Zahl der Beschäftigten über 60 Jahre. „Wenn man als Ältere einen Job verliert, ist es schwer, einen neuen zu bekommen“, sagte die SPÖ-Ministerin. Sie sprach sich für ein Bonus-Malus-System aus, um die Beschäftigungschancen von älteren Arbeitskräften zu erhöhen. „Das halte ich für wesentlich“, betonte Schumann. Leider habe man sich bisher nicht mit dem schwarzen und pinken Koalitionspartner darauf verständigen können, aber man wolle die Maßnahme nochmals einbringen.

Der Wifo-Ökonom Helmut Mahringer fordert ebenfalls mehr Anreize für Unternehmen zur Anstellung von älteren Personen. Dass die Senkung der Lohnnebenkosten durch höhere Abgaben für über 60-Jährige finanziert wird, sieht er eher als Belastung. Das würde die ohnehin schwierigen Einstellungschancen weiter verschlechtern, so Mahringer.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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