
Der neue Roman von Karosh Taha ist nur schwer zu ertragen – und das ist gut so.
Die namensgebende Protagonistin Gulistan und ihr Mann Çiya leben unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins. Als Kurden werden sie verfolgt. Çiya verschwindet, doch Gulistan gibt ihre Suche nach ihm nicht auf. Sie riskiert alles und findet ihn, gekleidet in der Uniform des Diktators. Er wird als Doppelgänger Saddam Husseins eingesetzt. Für Gulistan verschwimmen die Figuren ineinander: der so geliebte Ehemann, der gefürchtete Diktator.
Der Herrschersprache widersetzen
Die deutsch-kurdische Autorin lässt die Lesenden Folter und Leid, die Verzweiflung, den Wahnsinn, der Gulistan überfällt, spüren. Sie hat dafür eine ganz eigene Sprache gefunden. Man kann Gulistan stottern hören und die Folterknechte drohen. Für Karosh Taha ist es eine Form des Widerstands, sich der Herrschersprache zu widersetzen, sagte sie dem WDR. Über große Strecken fühlt man beim Lesen Beklemmung. Nach einer Hinrichtung applaudieren die Verschonten. „Sie rochen Saddams Zigarre und den Schweiß ihrer Kameraden. Die Angst zwischen den Rippen verdrehte ihnen den Magen.“
„Gulistan“ – der dritte Roman von Karosh Taha– steht auf er Longlist des Deutschen Buchpreises.
Source:: Kurier.at – Kultur



