Nach Vorfällen in Gefängnissen: Volksanwältin zeigt sich „wirklich erschüttert“

Politik

Zu wenig Personal, überfüllte Haftanstalten und mangelnde psychiatrische Betreuung: Die Volksanwaltschaft sieht die Lage im Strafvollzug als zunehmend kritisch. In der „ZiB2“ war dazu Gaby Schwarz, Volksanwältin, zu Gast.

„Das ist der Schlüssel, definitiv Personal“, sagte Schwarz zur Situation in den Justizanstalten. Fehlendes Personal führe dazu, dass Inhaftierte zu wenig Beschäftigung hätten und zu lange in Hafträumen säßen. Auch Ausbildungsangebote und Resozialisierung würden darunter leiden.

„Über dem Limit“

Die Entwicklung sei „ein schleichender Prozess“ gewesen. Immer mehr Inhaftierte träfen auf immer weniger Beschäftigte. Schwarz sagte, dass „die Zahl der Planstellen ja nicht mehr ausreicht und nicht einmal diese Planstellen sind besetzt“.

Nach mehreren Vorfällen in Justizanstalten zeigte sie sich alarmiert. „Ich bin wirklich erschüttert.“ Die Bediensteten würden „hervorragende Arbeit“ leisten, „aber die arbeiten am Limit. Die sind über dem Limit.“

Besonders kritisch sei die Situation in forensisch-therapeutischen Zentren. Dort fehlten Psychiaterinnen und Psychiater, auch wegen unattraktiver Bezahlung. Schwarz verwies auf Fälle, in denen psychisch auffällige Jugendliche monatelang ohne psychiatrische Betreuung geblieben seien.

Psychisch Kranke in Haft

Zugleich steige die Zahl psychisch kranker Menschen im Strafvollzug. Laut Schwarz gebe es auch in Spitälern und Psychiatrien zu wenig Fachpersonal und Betten. „Es sind Menschen in Justizanstalten, die dort nicht hingehören, die dürften dort überhaupt nicht sein.“

Auf die Frage nach möglichen vorzeitigen Entlassungen zur Entlastung der Gefängnisse blieb Schwarz vorsichtig. Sie unterstütze „jede Maßnahme, die dazu angetan ist, dass die Situation sich in den Justizanstalten und forensisch-therapeutischen Zentren wirklich rasch verbessert“. Entscheidend sei aber ein breiter politischer Konsens.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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