„Ronja Räubertochter“ an der Volksoper: Die Eltern müssen noch viel lernen

Kultur

Welches Kind kennt das nicht: Manchmal sind die Eltern so bescheuert, dass man schreien muss – und am liebsten abhauen würde. In Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ macht die Heldin beides: Nachdem ihr Vater sie nicht und nicht verstehen will, flieht sie in den Wald. Und merkt dort, dass Natur und Freundschaft wichtiger sind als Hass und Streit.

Die Volksoper Wien erzählt diese Geschichte von Emanzipation und Freundschaft nun für Kinder ab 6 Jahren (und den Rest der Familie) als Bühnenmärchen (Bearbeitung: Stephan Lack) mit polternden Räubern, Waldwesen und klaren Melodien.

Hannah Severin ist eine quirlige Ronja, Eike Onyambu ein Peter-Pan-hafter Birk, und Juergen Maurer ein Räubersvater Mattis im nordischen Mad-Max-Look (Kostüme: Alfred Mayerhofer). Wie in einem Bilderbuch (Bühne: Monika Rovan) werden auf zwei großen Leinwänden die aufprojizierten Szenerien umgeblättert: Die düstere Burg, der goldene Herbstwald, die Bärenhöhle. Die Umblättersounds (und noch viele Klangeffekte mehr) kommen dabei vom Beatboxer Georg Haselböck, der Vögel, Wind und das Gekreische der Tiere im Alleingang erschafft.

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Ruth Brauer-Kvam setzt bei ihrer Inszenierung auf eine klare, kindgerechte Erzählung (und, an der richtigen Stelle, auf die zeitlose Kraft von Pupswitzen). Die Fronten sind klar, und auch, wer sie überwinden kann: Links und rechts jener tiefen Furche, die ein Blitz einst in die Burg geschlagen hat, stehen die beiden verfeindeten Räuberbanden, nur die Kinder – Ronja und Birk – hüpfen einfach über diesen Graben. Und die Mütter (Rebecca Nelsen und Ursula Pfitzner) arbeiten im Hintergrund daran, dass die Männer zur Vernunft kommen.

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Die Musik von Kyrre Kvam verbindet unter der Leitung von Maayan Franco einen breiten Orchesterklang mit Gesangslinien für Musicalstimmen (Orchestrierung: Keren Kagarlitsky). Zentral ist Ronjas Lied, aus dem sich auch zum Finale eine Liebeserklärung an die Natur und ein strahlender Schlussakkord entspinnt. Vorher gibt es, mit Gruppentanz und rasanter Skiabfahrt, viel zu schauen. Das beste Indiz, wie es war: Die premierenbesuchenden Kinder waren mehr als 90 Minuten in Geschichte und Musik vertieft.Georg Leyrer

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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